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Ilsede Ilseder Arzt leistete Hilfe zur Selbsthilfe in Afrika
Kreis Peine Ilsede Ilseder Arzt leistete Hilfe zur Selbsthilfe in Afrika
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12:00 14.10.2017
Der Ilseder Gynäkologe Dirk-Toralf Baerens mit seinen Kursteilnehmern im Holy Family Hospital.  Quelle: privat
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Ilsede

 Bisher griff Baerens immer den Ärzten im Mary Theresa Hospital in Dodi Papase im Südosten Ghanas unter die Arme. Dieses Mal ging es weiter in den Westen. Außerdem leistete Baerens nicht konkrete Hilfe an den Menschen vor Ort, der 51-Jährige schulte vielmehr unter dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ das Fachpersonal in zwei Krankenhäusern.

Insgesamt zwei Wochen war Baerens in Afrika unterwegs. Los ging es im Holy Family Hospital in der Stadt Techiman. „Die Kurse sollten dabei helfen, in der Region ein Vorsorgesystem für Frauen ähnlich der Krebsvorsorge in Deutschland zu etablieren“, erläutert der Ilseder Arzt. Und natürlich war Baerens auchdieses Mal nicht mit leeren Händen nach Afrika gekommen. Im Gepäck hatte er zwei hochwertige elektronische Geräte, die durch Spenden finanziert werden konnten. Die 6000 Euro für eines der beiden Untersuchungsgeräte waren dabei während eines Benefizkonzertes im Juni in der Alten Stellmacherei zusammengekommen. „Eine wirklich tolle Sache – und ich danke nochmals allen Spendern von ganzem Herzen“, sagt der 51-Jährige.

Auch seine Patienten in Ilsede würden ihn tatkräftig unterstützen – sei es mit Verständnis für etwaige Terminverschiebungen oder immer wieder auch mit handfesten Spenden. So habe ihm vor der Abfahrt nach Ghana eine Patientin eine Spende mit den Worten zugesteckt: „Nehmen Sie das, damit ein Kind wieder lächeln kann.“

Nach einer Woche ging es zum St. Martin’s Hospital in Agroyesum. „Das ist ein etwas kleineres Krankenhaus mit etwa 3000 Entbindungen im Jahr – im Holy Family Hospital in Techiman werden jährlich etwa 5000 Kinder geboren“, erklärt der Ilseder Arzt. Bei dieser zweiten Station seiner Arbeitsreise, die wieder in Kooperation mit dem Verein „German Rotary Volunteer Doctors“ (GRVD) stattfand, stand die Schwangerenbetreuung im Mittelpunkt. „Im Kern ging es um die Grundlagen der Ultraschall-Untersuchung“, erläutert der 51-Jährige, der von seinen Kursteilnehmern begeistert war. „Alle haben viel Engagement gezeigt und gut mitgemacht.“

Engagement zeigt auch Baerens selbst – bereits zum siebten Mal war er in Ghana, um zu helfen. Sein Fazit der Arbeit in den vergangenen zwölf Jahren: „Es ist sehr erfreulich, dass man eine positive Entwicklung beobachten kann.“ Der Einsatz in dem westafrikanischen Land sei beileibe kein Tropfen auf den heißen Stein, das Engagement zeige vielmehr langfristig Wirkungen.

Trotzdem ist er sich nicht sicher, ob er eine weitere Arbeitsreise nach Afrika unternimmt. „30 Grad Lufttemperatur und 80 Prozent Luftfeuchtigkeit habe ich mit Anfang 40 besser weggesteckt“, sagt der Ilseder Arzt mit einem Schmunzeln. Also vielleicht die moderne Technik nutzen und das Fachpersonal vor Ort über das Internet schulen? „Eigentlich eine gute Idee, die jedoch an der Mentalität der Einheimischen scheitern könnte“, so Baerens. „Und die lässt sich mit einem Augenzwinkern so zusammenfassen: Wir haben eine Uhr – und die Afrikaner haben Zeit.“

Von Tobias Mull

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