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Ilsede: Flüchtlinge durften kein Blut spenden

Spender benötigen Deutschkenntnisse Ilsede: Flüchtlinge durften kein Blut spenden

Eine Enttäuschung beim Blutspendetermin erlebte der Ilseder Flüchtlingsbetreuer Stefan Ernst kürzlich: Zusammen mit einigen Flüchtlingen wollte er in Klein Ilsede Blut spenden, doch einigen Freiwilligen wurde das untersagt. Der Grund: Wer das vorab geführte Arztgespräch nicht in fließendem Deutsch führen kann, darf nicht spenden.

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Einige der in Ilsede lebenden Flüchtlinge: Blut spenden dürfen nur diejenigen, die flüssig Deutsch sprechen.
 

Quelle: privat

Ilsede.  „Ich habe den DRK-Fragebogen im Vorfeld mit den Erstspendern durchgearbeitet und erklärt, damit sie ihn beim Termin ausfüllen können“, sagt Ernst. Als eine Mitarbeiterin des DRK beim Blutspendetermin dann bemerkte, dass nicht alle Flüchtlinge der deutschen Sprache mächtig waren, sei ihnen die Spende untersagt worden.

„Dann übergab sie mir eine Verfahrensrichtlinie. Die untersagt in sechs Sprachen - darunter Arabisch -, dass keine Blutspende erlaubt ist, wenn man den Fragebogen und das Arztgespräch nicht in flüssig in deutscher Sprache führen kann“, so Ernst weiter. „Warum kann das DRK den Fragebogen nicht auch in sechs Sprachen herausgeben? Die Flüchtlinge haben sich gefreut, einen Beitrag leisten zu können – und dann dürfen sie es nicht. Ich halte das für Diskriminierung.“

Tobias Lüttig, Sprecher des zuständigen DRK-Blutspendediensts NSTOB, erklärt die Hintergründe: Die Vorschrift diene der Sicherheit der Spender und Empfänger. „Zunächst einmal muss das Gespräch zwischen Arzt und Spender im vertraulichen Rahmen, also unter Berücksichtigung des Arztgeheimnisses, erfolgen. Dabei dürfte keine dritte Person, auch kein Dolmetscher, anwesend sein“, so Lüttig.

Bei dem Gespräch ginge es unter anderem um komplizierte Themen wie in der Vergangenheit durchgeführte Operationen am Blutspender und eventuelle Krankheiten. „Das ist sehr komplex, dafür sind gute deutsche Sprachkenntnisse Voraussetzung“, erklärt Lüttig.

Die Themen würden zudem eine große fachliche Tiefe erreichen, so dass auch mit passablen Englischkenntnissen Missverständnisse nicht auszuschließen wären. „Beide Parteien müssen nachvollziehen können, wie die gesundheitliche Vorgeschichte des Spenders ist – anderenfalls könnte keine Sicherheit gewährleistet werden“, so Lüttig abschließend.

Von Dennis Nobbe

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