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Ilsede: Ex-Hauptschüler macht jetzt Abi

Groß Ilsede Ilsede: Ex-Hauptschüler macht jetzt Abi

Groß Ilsede. Nein, er fühle sich nicht als Exot: Sayfe Jaber, der Ex-Hauptschüler aus der Peiner Südstadt mit libanesischen Wurzen, der mit einem Notendurchschnitt von 1,4 seine Hauptschulkarriere beendete und eine neue im Gymnasium Groß Ilsede demnächst erfolgreich abschließen wird. Dort hat er nämlich inzwischen seine Abiturarbeiten geschrieben und wartet auf die Ergebnisse.

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Macht gerade sein Abi: Sayfe Jaber beim Gespräch mit der PAZ.

Quelle: im

„Wird schon“, sagt er und dass er sich in der freien Zeit bis zur Bekanntgabe der Ergebnisse „sicherheitshalber“ auf eine Nachprüfung vorbereite. Das sieht ihm ähnlich: Der Mann ist ein Muster an Zurückhaltung, Bescheidenheit und fein säuberlich dosiertem Selbstwertgefühl.

„Nein, kein Exot“, wiederholt er, schiebt seinen Hut auf den schwarzen Locken in die richtige Position und fährt fort: Er habe eine Perspektive genutzt und sei sich bewusst gewesen, welche Arbeit an der höheren Lehranstalt auf ihn zukommen würde.

Ein Wechsel nach der fünften Klasse in die Realschule blieb ihm einst übrigens versagt: „Die haben mich abgelehnt.“ In der Hauptschule habe er sich dann „irgendwie fehl am Platze“ gefühlt; ohne Perspektive und Ziel lieber während des Unterrichts Manga-Zeichnungen hergestellt. Bis - und da geht ein breites Lachen über sein Gesicht - bis Inga Laufer kam.

Die Pädagogin ahnt das versteckte Potenzial ihres stillen Schülers. Der lässt sich von ihrem pädagogischen Fingerspitzengefühl locken und steigt nach kurzer Zeit mühelos in die Oberliga der Lernwilligen auf.

„Ich verdanke ihr sehr viel“, betont er mehrfach und erzählt von stundenlangen Nachlern-Aktionen daheim, die ihm später die neue Schule in Groß Ilsede abverlangte.

Dass er zum Lernen von der Stadt nun aufs Dorf fuhr, begründet er mit dem Suchen nach neuen Herausforderungen, anderen Menschen und unbekannten Situationen. Der Schulwechsel gelingt auch im sozialen Bereich glänzend, Sayfe fühlt sich bei den neuen Mitschülern herzlich willkommen und angenommen. „Alle waren offen und haben mich unterstützt.“

Eine weitere, wichtige Komponente auf dem Weg zum höheren Abschluss. Der Unterschied im Klassenzimmer bestehe allein in der Lernhaltung, erklärt Sayfe, Unsinn gemacht werde ja in jeder Schule.

Sayfes Lernhaltung beschert ihm nun vermutlich einen Studienplatz in der Braunschweiger Hochschule für bildende Kunst, wo er inzwischen ein zweitägiges Aufnahmeverfahren absolviert hat. „Das hat große Freude gemacht“, sagt er und: „Das ist dort meine Welt“ und verfällt in Darlegungen über seine Ansichten von „faszinierender natürlicher Ästhetik von Mensch und Natur“. Neben Kunst im Lehramt möchte er auch Germanistik studieren. „Obwohl ich bis zur achten Klasse mit der Grammatik so meine liebe Not hatte“, sagt er und lacht. Nach seinen persönlichen Erfahrungen mit Schule und Lehrpersonal bleibt Lehrer sein Berufswunsch - ein Lehrer, der Kinder mag und sie versteht. Wie Inga Laufer.

uj

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