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Ilsede: Alles eine Frage der Balance

FBI feiern 10-jähriges Bestehen Ilsede: Alles eine Frage der Balance

Aus einer Bürgerinitiative zum Erhalt der Schulen in Groß Ilsede gegründet, haben sich die Freien Bürger Ilsede in der Kommunalpolitik längst etabliert. Heute feiert die Gruppe ihr zehnjähriges Bestehen.

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Die Gründungsmitglieder der FBI.

Ilsede-Groß Ilsede. Eigentlich steht Ilse Schulz mit beiden Beinen auf der Erde. Doch kurz vor dem Fototermin steigt die Vorsitzende der Freien Bürger Ilsede kurzerhand auf den Wackelbalken auf dem Spielplatz am Ammerweg in Groß Ilsede – das Spielgerät ist eine Spende der Gruppe anlässlich ihres 10. Geburtstags am heutigen Freitag. „Da muss man die Balance finden“, erklärt Schulz.

Und dieser Satz könnte auch der Leitspruch der FBI sein: Balance finden. „Wir suchen den Dreiklang zwischen Verwaltung, Politik und Bürgern“, erläutert Schulz das Grundprinzip der Freien Bürger Ilsede. Die Vorstandsmitglieder Michael Krauthäuser und Horst Meldau nicken zustimmend – doch „die Chefin“ bleibt eindeutige Wortführerin.

Das war auch am 18. September 1999 so. Zuvor hatte es im Kreis monatelang Zoff um den richtigen Standort für die neu zu bauende Integrierte Gesamtschule gegeben. In Ilsede kämpfte die „Initiative zum Erhalt der Schulen in Ilsede“ gegen den Standort im eigenen Dorf, da eine Verdrängung der vorhandenen Schulformen befürchtet wurde. Mittendrin: Ilse Schulz.

„Nach dem erfolgreichen Kampf haben uns Bürger ermuntert weiter zu machen“, erzählt die Groß Ilsederin. „Mit der Parteipolitik hatten wir jedoch abgeschlossen.“ Zu groß die Furcht vor Fraktionszwang, Maulkorb und verkrusteten Strukturen. Also gründete man kurzerhand eine eigene Wählergruppe. Das Motto lautete: Bürger für Bürger.

„Wir wollten nicht gegen bestehende Parteien zu Felde zu ziehen“, beteuert Schulz. „Wir wollten den Bürger wieder in den Mittelpunkt der Politik stellen.“ Und die FBI-Vorstandsmitglieder sind davon überzeugt, dies in den vergangenen zehn Jahren geschafft zu haben.

Da gab es Initiativen gegen den Schilderwald, Stellungnahmen zu Bildungsfragen und etliche öffentliche Bürgergespräche. 2001 trat die FBI dann erstmals zur Kommunalwahl an. Die Gruppe holte 5,6 Prozent der Stimmen und damit einen Sitz im Gemeinderat. Ein Achtungserfolg. „Die etablierten Parteien haben uns keine lange Lebensdauer vorausgesagt“, erinnert sich Schulz mit einem Schmunzeln. Sie sollten sich irren.

Denn mit dem einen Sitz machte die FBI ordentlich Dampf im Ilseder Gemeinderat. Die Lieblingsthemen waren Schule und das Hüttengelände. So drehte sich der erste Antrag der Freien Bürger um das Thema „Schulen ans Netz“. Die Gruppe setzte sich für das n21-Förderprogramm ein. Dass viele Schulen schon frühzeitig Computer nutzen konnten, sieht Schulz auch als Erfolg der FBI.

Weitere wichtige Projekte der Wählergruppe waren der Naturspielplatz Schillerpark, eine integrative Gruppe in der Kindertagesstätte in Groß Ilsede sowie die Einführung der flexiblen Eingangsstufe in Groß Bülten. Immer mehr rückte nun auch das Hüttengelände in den Fokus der FBI.

Kritisch begleitete die Gruppe die Aktionen des Planungsverbandes – etwa den Umbau der Gebläsehalle zu einem Veranstaltungsgebäude. „Die Stärkung der Wirtschaftskraft und des Standortes Ilsede waren uns immer wichtiger als teure Vorzeigeobjekte“, sagt Horst Meldau.

Manchmal unbequem

Und so lehnte die FBI auch den Umbau der Dampfzentrale ab, setzte sich für die Auflösung des Planungsverbandes ein, nächstes Jahr soll es soweit sein. „Der Verband hatte sich einfach verselbständigt und jedes Maß verloren“, sagt Schulz.

Bei der Kommunalwahl 2006 holte die FBI 14 Prozent und drei Sitze im Gemeinderat. „Danach unterschätzte uns niemand mehr“, sagt Michael Krauthäuser. Zusammen mit CDU, FDP und Grünen bildete die FBI eine Gruppe, die jedoch Anfang des Jahres zerbrach. Seitdem sind die Freien Bürger in der Opposition. „Aber auch da kann man eine Menge bewegen“, ist sich Schulz sicher.

In Zukunft möchte man sich noch verstärkt um das Thema Bildung kümmern. „Hier denkt die Politik oft zu kurzfristig – Bildung zahlt sich aber erst spät aus“, erläutert die FBI-Vorsitzende.

Für die kommenden zehn Jahre gebe es jedenfalls noch jede Menge zu tun. Wichtig dabei sei, auch in Zukunft Bürgernähe zu leben und sich unerschrocken oder manchmal auch unbequem einzumischen. Eins ist dabei natürlich ganz wichtig: Balance halten.

mu

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