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Ilsede Hundeattacke in Groß Ilsede: Frau muss schwer verletzt ins Krankenhaus
Kreis Peine Ilsede Hundeattacke in Groß Ilsede: Frau muss schwer verletzt ins Krankenhaus
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10:12 24.07.2014
Wesenstest für aggressive Hunde an der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Hier: Begegnung mit einem Passanten mit Regenschirm. Ein Wesenstest ist laut Hundegesetz notwendig, wenn das Tier als gefährlich eingestuft wird. Quelle: orlowski

Die Groß Ilsederin war mit ihrem eigenen Hund, einem Chihuahua-Mischling, spazieren, als sie einer 25 Jahre alten Ilsederin begegnete, die ihrerseits mit zwei größeren Hunden Gassi ging. Laut der Geschädigten soll es sich dabei um Staffordshire-Terrier gehandelt haben. Unvermittelt riss sich einer der Terrier von der Leine der 25-Jährigen und griff die 57-jährige Groß Ilsederin an. Der Hund verursachte dabei eine heftige Bisswunde in der Wade der Frau, teilte die Geschädigte mit. Auch den Chihuahua-Mischling griff der Terrier an, nachdem er von der Frau abgelassen hatte. Die verletzte Ilsederin wurde daraufhin ins Krankenhaus gebracht, wo sie operiert wurde. Auch ihr Hund musste medizinisch versorgt werden.

Die Polizei ermittelt inzwischen wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen die Hundehalterin, erklärte Polizeisprecher Peter Rathai. „Die Geschädigte hat Anzeige erstattet“, so Rathai. Weitere etwaige Maßnahmen in Bezug auf die Hunde seien Sache des Veterinäramtes des Landkreises Peine.

Landkreissprecher Henrik Kühn erklärte auf PAZ-Anfrage, dass zu dem Einzelfall aus datenschutzrechtlichen Gründen keine Angaben gemacht werden dürften, verwies aber auf die allgemeine Vorgehensweise: „Das Niedersächsische Hundegesetz regelt die Haltung von Hunden“, so Kühn. „Hiernach muss jeder Hundehalter seine Hunde so halten und führen, dass von ihnen keine Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgehen. Hiermit soll dem Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung Rechnung getragen werden.“

Hat ein Hund einen Menschen gebissen und geschah dies nicht aus einem eindeutig artgerechten Abwehrverhalten oder im Rahmen des bestimmungsgemäßen Gebrauchs heraus - das trifft etwa bei Diensthunden zu - wird der Hund für gefährlich erklärt, so der Landkreissprecher. „Dem Halter wird angeordnet, den Hund ab sofort nur mit Maulkorb und an der Leine zu führen.“

Wird bei einem Hund die Gefährlichkeit festgestellt, so muss für das Halten dieses Hundes eine Erlaubnis beantragt werden, so Kühn weiter. „Voraussetzung hierfür sind die Volljährigkeit des Halters, seine Zuverlässigkeit und die persönliche Eignung.“

Außerdem müsse der Halter mit seinem Hund eine praktische Sachkundeprüfung absolvieren. „Der gefährliche Hund muss einen Wesenstest bestehen, in welchem er seine Sozialverträglichkeit nachweist“, betonte der Landkreissprecher und fügte hinzu: „Sollte der Hund den Wesenstest nicht bestehen, darf ihn der Halter nicht weiter halten und das Tier muss in ein Tierheim oder eine ähnliche Einrichtung.“

sip