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Ilsede Heute in der Gebläsehalle: Kapellmeister in Uniform
Kreis Peine Ilsede Heute in der Gebläsehalle: Kapellmeister in Uniform
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15:00 18.08.2017
Martin Wehn leitet das Heeresmusikkorps Hannover, das heute Abend in Ilsede zu hören ist. Quelle: privat
Ilsede

Doch allen potenziellen Schwiegermüttern sei verraten, dass Wehn bereits mit Gattin und Nachwuchs gesegnet ist, mit dem er nach Dienstschluss am heimischen Klavier Kinderlieder singt – wenn er denn mal zur üblichen Zeit Feierabend hat.

Heute Abend beispielsweise müssen Mutter und Kind auf den Papa bis etwa Mitternacht warten – wieder einmal. Da musiziert der 40-jährige Stabsoffizier mit seinen 50 studierten Musikern in adretter Auftritts-Uniform vor dem Ilseder Publikum.

An bis zu 220 Tagen tourt er mit dieser Truppe sowohl durch die Republik als auch durch die Welt als klingende Visitenkarte der Bundeswehr.

Seit 21 Jahren ist Wehn hauptberuflich musizierender Soldat. Als Jugendlicher hatte er unter anderem die Ausbildung zum nebenamtlichen Kirchenmusiker mit „C-Scheinen“ in Orgel und Chorleitung absolviert.

Schon als Fünfjähriger erkundet er die Tasten des elterlichen Klaviers, mit elf die Ventile der Trompete und später die des Saxofons. Sein Trompetenlehrer nutzte seine Verbindungen zur Bundeswehr-Militärmusik, wodurch die beruflichen Signale des zunächst Wehrpflichtigen seit 1996 auf „Grün“ stehen: Das fünfjährige Studium zum Kapellmeister schloss er mit Auszeichnung ab.

Danach war er drei Jahre verantwortlich für die protokollarischen Ehrendienste im Bundeskanzleramt und im Verteidigungsministerium. 2010 übernahm Wehn die Leitung des vier Jahre später aufgelösten Luftwaffenmusikkorps 2 in Karlsruhe, seither leitet er das Hannoversche Militärensemble.

Das Jahr 2011 beschreibt der Offizier als das bisher wohl intensivste seiner Karriere, als er beispielsweise von April bis Juli als Leiter des neunten deutschen Mentorenteams zum Aufbau der afghanischen Militärmusik im Rahmen eines ISAF-Auslandseinsatzes im afghanischen Kabul Dienst leistete. Die vorherigen Machthaber hatten aus religiösen Gründen Musik als Teufelswerk verboten. Bewegend war es auch der großen Sorgen wegen, die sich alle Angehörigen in der Heimat um die dort eingesetzten Soldaten machten und immer noch machen.

Apropos Kabul: Wehns Alltag und der der ihm anvertrauten Profi-Musiker dient auch der Truppenbetreuung an fremden Orten fern der Heimat. Hier erlebe er immer wieder die emotionale Bedeutung der Musik. „Wir bringen unseren Soldaten zumindest ein Stück der Heimat mit.“

Die Familie hilft dabei, diesen Dienst innerlich zu verarbeiten. Hier findet er Ruhe zwischen Kind, Buch, Garten und Klavier. Und wenn in ferner Zukunft die Pensionsbezüge fließen und Kirchenglocken zum Gottesdienst rufen, hört man womöglich einen alten Soldaten mit „C-Schein“ wieder an der Orgel.

Das ganze Wochenende steht in der Gebläsehalle beim Festival im Zeichen der Musik. Das komplette Programm gibt es unter www.kreismusikschule-peine.de.

Von Ulriich Jaschek

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