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Grüne: Riesen-Mastanlagen nicht zukunftsfähig

Solschen Grüne: Riesen-Mastanlagen nicht zukunftsfähig

Vor dem Hintergrund des bevorstehenden öffentlichen Erörterungstermins für die Erweiterung der Masthähnchenanlage in Solschen spricht sich der Kreisverband der Grünen für einen Umbau der Agrarpolitik aus.

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In Solschen ist eine Hähnchen-Mastanlage geplant. Die Grünen halten solche Anlagen für gesellschaftlich nicht mehr akzeptiert.
 

Quelle: dpa

Solschen. Hintergrund: Der Solschener Landwirt Christoph Ehlers betreibt etwas außerhalb der Ortschaft bereits einen Hähnchen-Maststall mit Platz für 39 000 Tiere. Vor rund vier Jahren hat er beim Landkreis die Genehmigung für den Bau eines weiteren Stalls für bis zu 45 000 Tiere beantragt. Bei einer Größe von mehr als 40 000 Tieren ist laut Kreis-Sprecher Henrik Kühn ein Genehmigungsverfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz durchzuführen. Am Donnerstag, 6. Juli, ab 14 Uhr findet im Seminarraum 2 des Komed in Groß Ilsede der öffentliche Erörterungstermin dazu statt.

„Er wurde am 22. Juni, also am ersten Ferientag, veröffentlicht und findet in den Sommerferien statt“, kritisiert Doris Meyermann von den Peiner Grünen die Ansetzung.

Derzeit müsse eine solche Anlage grundsätzlich genehmigt werden, wenn alle Vorgaben erfüllt sind. „Unser politisches Ziel ist es aber, diese Vorgaben zu ändern. Das muss aber auf Landes- beziehungsweise Bundesebene geschehen“, sagt Doris Meyermann Geschäftsführerin des Grünen-Kreisverbands.

Auch Bundestagskandidatin Stefanie Weigand und Landtagskandidat Heiko Sachtleben nehmen den Erörterungstermin zum Anlass, auf den ihrer Meinung nach erforderlichen Umbau der Agrarpolitik hinzuweisen.

„Die derzeit vorherrschende Tierhaltung in Deutschland wird gesellschaftlich nicht mehr akzeptiert und ist nicht zukunftsfähig. Wir unterstützen Landwirtschaftsminister Christian Meyer voll und ganz in seiner Forderung nach dem Ausstieg aus der Massentierhaltung als Schlüssel zur Bewältigung schwerwiegender Folgen – für Mensch, Tier und Umwelt“, betonen beide Kandidaten.

Zu viele Tiere mit zu wenig Platz und Auslauffläche führten zu mehr Tierleid, mehr Gülle und Überdüngung. Der Schaden für Boden, Luft und Gewässer sei bereits immens, die Hypothek für die kommenden Generationen hoch, so die Argumentation.

Überfällig sei die Kennzeichnung aller Fleischprodukte. Eine „verbindliche Tierhaltungskennzeichnung“ nach dem Vorbild der Eierkennzeichnung von „0“ für Bio bis „3“ für konventionelle Stallhaltung würde deutlich machen, wie ein Tier gelebt hat. Diese Umstellung gebe es nicht zum Nulltarif; eine Umverteilung der Agrarmillionen aus Brüssel sei unabdingbar.

Von Kerstin Wosnitza

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