Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 4 ° Regen

Navigation:
Fuhsewiesen-Streit: Oelke greift Landrat scharf an

Klein Ilsede Fuhsewiesen-Streit: Oelke greift Landrat scharf an

Eskalation im Fuhsewiesen-Streit: In einem Schreiben an Landrat Franz Einhaus (SPD) erhebt der Vorsitzende der Peiner Biologischen Arbeitsgemeinschaft, Professor Hans Oelke, schwere Vorwürfe gegen die Kreisverwaltung. Diese wundert sich über die Vorgehensweise, zeitgleich die PAZ zu informieren.

Voriger Artikel
Mit Pollern und Ketten gegen Raser
Nächster Artikel
Fuhsewiesen-Streit: Verwaltung kontert Oelke

„Abstoßender monotoner Kanal“: Mit deutlichen Worten kritisiert der Biologe Hans Oelke den Ausbau des Grabens an den Fuhsewiesen bei Klein Ilsede.

Quelle: mu

Ilsede-Klein Ilsede . Der umstrittene Graben auf der Westseite des Bahndamms bei Klein Ilsede ist nicht wirklich tief – der zwischen der Peiner Biologischen Arbeitsgemeinschaft und der Kreisverwaltung wird es immer mehr. Weil der Kanal auf Weisungen der Verwaltung neuerlich ausgebaggert und dabei nach Aussage der Arbeitsgemeinschaft ein Biotop beschädigt wurde, greift der Vorsitzende des Vereins, Professor Hans Oelke, den Landrat Franz Einhaus (SPD) in einem Brief scharf an. Er droht sogar mit rechtlichen Schritten.

„Die mit schwerem Gerät vorgenommene angebliche Räumung des ehemaligen Grabens hat sich als eine stur schematische ödeste Verbreiterung und Vertiefung eines viele Jahre unbeachteten normalen Grabens erwiesen“, heißt es in dem Schreiben, das Oelke zeitglich an die Verwaltung und die PAZ geschickt hat. „Als Endprodukt ist nunmehr ein abstoßender monotoner Kanal entstanden.“

Und weiter: „Statt einer uns zugesagten Schutzböschung sind die östlichen Ränder unseres Grundstückes direkt neben dem Bahndamm so planiert, dass nunmehr Wasser wie an einem Überlaufwehr sofort von unserer Schutzfläche in den Kanal hineinstürzt.“ Außerdem beschwert sich Oelke, dass die Arbeitsgemeinschaft trotz ausdrücklicher Anfrage nicht über den Beginn und die Modalitäten des Kanalbaus mit den erheblichen Eingriffen in das Grundstück des Vereins informiert worden sei.

„Die schon im Dezember 2008 erbetene Akteneinsicht zum Neuen Graben gemäß Umweltinformationsgesetz ist uns mit fadenscheinigen Argumenten bis heute verwehrt worden“, ärgert sich der Biologe. „Wir gehen nunmehr davon aus, dass uns wie bei dem Kanalbau wichtige, eventuell den Wasserbau belastende Informationen bewusst vorenthalten werden sollen.“

Die Aktion „Neuer Graben“ sieht die Arbeitsgeminschaft als „ökologische Katastrophe“ an. Oelke ist sich sicher, dass bei der Intensität der Arbeiten ein Planfeststellungsverfahren nötig gewesen wäre. Dann hätten auch die Umweltverbände zwecks Verhinderung der nunmehr eingetretenen Umweltschäden angehört werden müssen. „Wir gehen auch davon aus, dass die wild im Gelände abgekippten Schlammmengen nicht auf Giftrückstände als potentieller Sondermüll untersucht worden sind“, sagt Oelke

„Bezüglich der Schäden an unserem Grundstück und möglicher Regressansprüche werden wir nunmehr leider unseren Rechtsbeistand bemühen müssen“, lautet der letzte Satz des Schreibens.

Der Pressesprecher des Landkreises Peine, Henrik Kühn, war überrascht von dem Vorgehen Oelkes, den Brief zeitgleich dem Landrat und der PAZ zu schicken. Beim Landkreis Peine liege ein solches Schreiben bislang nämlich nicht vor. „Offensichtlich verspricht sich Professor Oelke viel davon, die Lokalpresse noch vor dem Adressaten seiner Schreiben über deren Inhalte zu informieren. Diese Praxis des Umgangs miteinander erscheint uns zumindest fragwürdig“, heißt es in einer ersten Erklärung.

Kühn kündigte an, dass sich die Verwaltung umgehend mit den Vorwürfen befassen und die Ergebnisse mitteilen werde.

mu

Chronologie

Fuhsewiesen-Streit

Dezember 2008: Peiner Biologische Arbeitsgemeinschaft will Fuhsewiesen bei Klein Ilsede als Naturschutzgebiet ausweisen lassen. Auslöser des Antrages waren von der Kreisverwaltung geplante Arbeiten an einem parallel zum Bahndamm verlaufenden Graben. Dieser sollte auf Empfehlung der Wasserbehörde ausgehoben werden. Die Arbeitsgemeinschaft befürchtet, dass durch die Arbeiten der Wasserspiegel empfindlich absinken und somit die Seenlandschaft verschwinden könnte.

Januar 2009: Der Graben wird trotz Bedenken der Arbeitsgemeinschaft ausgebaggert. Unbekannte graben zudem einen kleinen Stichkanal und legen damit einen Teil des Feuchtgebietes trocken. Oelke wirft dem Kreis Sabotage vor.

Februar 2009: Kreisverwaltung und Peiner Biologische Arbeitsgemeinschaft einigen sich auf verstärkten Schutz der Ilseder Fuhsewiesen.

Mai 2009: Gemeinsame Diskussion der Konfliktparteien im Peiner Kreishaus wird unterschiedlich bewertet. Oelke sieht den Fuhsewiesen-Streit noch lange nicht beendet – die Kreisverwaltung schon.

mu

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ilsede

Lesen Sie alles rund um das traditionsreiche Peiner Fest. mehr

09d9fea8-cea9-11e7-85d4-3caaf6b0da6d
Peiner Wirtschaftsspiegel bei Baustoff Brandes präsentiert

Rund 100 geladene Gäste aus Wirtschaft und Politik nahmen in den Räumlichkeiten des Unternehmens Baustoff Brandes an der Vorstellung des Peiner Wirtschaftsspiegels teil.

Veranstaltungen

Welche Veranstaltungen und Termine gibt es im Peiner Land? In unserer Datenbank finden Sie alle Infos. mehr