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„Ein ganz krummes Ding!“

Ilseder Dampfzentralen-Streit „Ein ganz krummes Ding!“

Riesenkrach bei den Ilseder Sozialdemokraten: Nach 33 Jahren tritt Dieter Schikorra aus der SPD-Fraktion aus. Der Grund: Er kann den politischen Stil seiner Fraktion beim Thema Dampfzentrale nicht mehr akzeptieren. Den Umgang der SPD mit Bürgermeister Wilfried Brandes findet er „widerlich“.

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Noch liegt die Zukunft der Dampfzentrale im Dunkeln – der Streit um das Gebäude hat jedoch erneut einen Höhepunkt erreicht: Dieter Schikorra verlässt die Ilseder SPD-Ratsfraktion.

Quelle: cb

Ilsede-Groß Ilsede . „Der Schritt ist mir beileibe nicht leicht gefallen“, betont Dieter Schikorra gleich zu Beginn des Gesprächs mit der PAZ. Seit 33 Jahren ist der Bültener in der Ilseder SPD-Fraktion tätig, seit 23 Jahren ist er im Kreistag – im Streit um die Zukunft der Dampfzentrale verlässt Schikorra nun die Ilseder SPD-Ratsfraktion.

„Dieses sehr große Gebäude mit schlechter Bausubstanz zu sanieren, dazu noch aufwendige Brandschutz-Auflagen zu erfüllen, wird sehr kostenträchtig sein. Noch schwieriger wird es, ein verseuchtes Gebäude für Besucher zugänglich zu machen“: Mit dieser Meinung eckt Schikorra in der Ilseder SPD an, die sich für den Erhalt des Industriegebäudes einsetzt. Vor allem den SPD-Ratsherrn und Planungsverbands-Vorsitzenden Werner Kirschner sieht er als einen Meinungsmacher in der Fraktion.

Schikorras Zerwürfnis mit den Genossen beginnt bei einer Rats-Sondersitzung am 18. September 2008: „SPD-Fraktions-Vorsitzende Marita Heuer stellte überraschend einen Bauantrag für das Nachnutzungs-Konzept der Dampfzentrale. Werner Kirschner erklärte, nur so könnten die genauen Kosten für die Nachnutzung festgestellt werden. Absoluter Quatsch“, schimpft Schikorra. Allerdings würde das volle Honorar für den Architekten fällig, mindestens 122000 Euro – ob sein Konzept verwirklicht wird oder nicht, behauptet Schikorra, der dann auch noch kräftig nachlegt: „Das weiß Kirschner. Er hat mit dieser Sache etwas ganz anderes vorgehabt. Das war ein ganz krummes Ding!“ Schikorra stimmte gegen den Antrag und wurde nach eigener Aussage wegen fehlender Fraktionsdisziplin gerügt.

„Nachdem das nicht klappte, wurde die ‚Masche‘ mit dem Denkmalschutz eingefädelt“, sagt der SPD-Mann. Dazu sollte die Gemeinde eine Stellungnahme abgeben. „Auf Initiative von Kirschner änderte Marita Heuer die vom Bürgermeister Brandes verfasste Stellungnahme“, wirft Schikorra der Fraktions-Vorsitzenden vor. Angehängt wurde die Textstelle, das bestätigte auch Heuer, dass Stiftung und Förderverein das sanierte Gebäude übernehmen wollen.

„Das hat in der Stellungnahme des Bürgermeisters und der Verwaltung doch gar nichts zu suchen! Solch eine Vorgehensweise finde ich widerlich, das lässt jeglichen politischen Anstand vermissen“, bewertet Schikorra den Vorgang. Zudem seien Förderverein und Stiftung überhaupt nicht in der Lage, das Gebäude dauerhaft zu betreiben: „Sie haben keine Mittel und sind auf Spenden angewiesen, die Stiftung kann höchstens 1000 Euro im Jahr beitragen, das reicht noch nicht mal für die Stromrechnung!“

In der Gruppe SPD/Grüne/Rohne hätten einige verständliches Interesse am Erhalt der Dampfzentrale, räumt Schikorra ein: „Die Mehrheit aber läuft wie Lemminge Werner Kirschner nach, allen voran Marita Heuer!“

Simon Polreich

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