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Ilsede Ehrenamtliche reichen Verpflegung an Flüchtlinge
Kreis Peine Ilsede Ehrenamtliche reichen Verpflegung an Flüchtlinge
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17:13 19.11.2015
Insgesamt 30 Helfer teilen sich die Schichten bei der Verteilung der Mahlzeiten. Ein Lächeln ist dabei oft der kürzeste Weg zwischen Servierern und Gästen. Quelle: Foto: im
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Der Landkreis Peine betreibt seit Oktober für das Land Niedersachsen eine Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in der Halle, von wo aus diese dann weiter den Kommunen zugeordnet werden. Die meisten bleiben nur kurz, aktuell leben rund 400 Flüchtlinge in der Gebläsehalle.

Fröhlich wirken die vielen Kinder, die sich erstaunlich schnell sowohl aufeinander als auch auf die neue Wohn- und Lebenssituation eingestellt zu haben scheinen, erklärt Pia Cebulko, die von Anfang an ehrenamtlich die Austeilung der Verpflegung an die Flüchtlinge leitet. 30 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer teilt die Krankenschwester per Dienstplan für die Verteilung der drei Mahlzeiten pro Tag ein.

Noch ist die Zelthalle fast leer, allein um einen Tisch drängen sich Teilnehmer eines spontan entstandenen Deutschkurses.

Kinder liefern sich draußen Wettrennen mit Rollern und Tretautos, um den Ballbesitz beim Fußball wird daneben hart gekämpft. Ebenso heftig ringen Mütter derweil um die Nutzung einer der vier Waschmaschinen, die in der Gebläsehalle praktisch jeden Tag rund um die Uhr zum Waschtag machen.

Täglich um 13 Uhr herrscht Gedränge in den Gängen und an den Tischreihen im Verpflegungszelt: Mittagessen!

Christine Harmeyer, die Eheleute Carla und Wilfried (Willi) Meinecke und Ashraf, der 21-jährige syrische Student der Ingenieur-Wissenschaften werden in Kürze die in der Küche des Peiner Klinikums zubereiteten 450 Portionen „Ravioli in Tomatensauce“ austeilen.

An anderen Tagen stehe auch Rindfleisch und Geflügel auf der Liste. Heiß begehrt seien auch gespendete Eigenkreationen aus den heimischen Backöfen mancher Helferinnen: 320 Muffins beispielsweise seien kürzlich im Nu vorzugsweise an die Kinder verteilt worden. Süßes Frühstück sei im Trend, Nuss-Nougat-Creme der Renner.

Marcus Kühnemund, Küchenleiter des Klinikums nutzt seinen Urlaub, um „nur mal kurz“ den Bestand gelagerter Lebensmittel festzustellen. 50 heiß ersehnte Nuckel für Babyflaschen hat er gleich mitgebracht. Inzwischen stehen die Gäste diszipliniert Schlange: Familien, viele Frauen mit kleinen Kindern auf dem Arm, fremdländische Wortfetzen fliegen hin und her, die Stimmung ist entspannt, geradezu fröhlich. Alle haben sich vorschriftsmäßig die Hände desinfiziert. Auffällig: viele sind barfuß in Badelatschen aber in Winterjacke unterwegs. „In der Kleiderkammer fehlen Socken“, sagt die Organisatorin und zuckt bedauernd die Schultern.

Der kürzeste Weg zwischen Servierern und Gästen bleibt allerdings das sprichwörtliche Lächeln, bestenfalls angereichert mit einem „Hallo“, „Danke“, oder dem gelegentlich schüchtern gemurmelten „More“, also „Mehr“. Direkt ins Herz treffen allerdings die großen Augen der Kinder, die bereits allein ihre Verpflegung abholen dürfen. Zwischen Tresen und Gästen steht zwar noch die unüberwindlich wirkende Sprachbarriere. Aber sie bekommt Risse.

uj

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