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Ilsede Drusen-WG in Klein Ilsede löst sich auf
Kreis Peine Ilsede Drusen-WG in Klein Ilsede löst sich auf
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17:00 28.07.2018
Allam Fahd (v.l.), Stefan Ernst, Hamad Aljammal und Ahmed Kealany beim Einzug 2016. Quelle: Archiv
Klein Ilsede

„Die politische Diskussion um die Behandlung der Flüchtlinge ist meiner Einschätzung nach unwürdig. Diesem Negativtrend möchte ich einige Positivbeispiele entgegenstellen, denn darüber erfährt man nicht so viel“, sagt Stefan Ernst, der sich seit 2015 intensiv um die Männer gekümmert und jetzt mit dieser schönen Geschichte an die PAZ gewendet hat.

Schon mehrfach hat die PAZ über Ahmed Kealany, Allam Fahd und Hamad Al Jammal berichtet: Über den Einzug in die Wohnung in Klein Ilsede und das Interesse, sich am gesellschaftlichen Leben zu integrieren – sei es beim Blutspenden, durch einen Besuch beim derzeitigen Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) in Berlin oder durch das letztlich erfolgreiche Bemühen, die Berufsausbildung anerkennen zu lassen.

Nun lässt sich vermutlich das letzte Kapitel dieser Geschichte schreiben: Die drei Männer haben so weit Fuß gefasst, dass die Wohngemeinschaft aufgelöst wird und alle ihre eigenen Wege gehen.

Gute Deutschkenntnisse

Einen großen Anteil daran hat ihr Betreuer Stefan Ernst, der unter anderem mit ihnen Deutsch geübt, den Garten gepflegt, die traditionellen deutschen Feste gefeiert und sie bei Behördenkontakten begleitet hat.

Der Hotelkaufmann Hamad Al Jammal hat zum 1. August einen Arbeitsvertrag bei einem internationalen Hotel in Düsseldorf bekommen. Die Deutschkenntnisse von Allam Fahd sind dank intensiver Bemühungen so gut, dass er im Wintersemester ein Masterstudium in Osnabrück beginnen wird. „Er wohnt bereits seit Juni dort“, berichtet Ernst.

Ahmed Kealany hat trotz der ständigen Sorge um Frau und Kind in Syrien ebenfalls sehr gut Deutsch gelernt. Im Zuge der Familienzusammenführung kamen beide im März dieses Jahres nach Deutschland, die Familie wohnt nun in Peine.

„Sind wie eine Familie geworden“

Seinen Platz in der WG hatte Khaled Abou eingenommen, der ebenfalls Druse ist. Er hat inzwischen eine Tätigkeit in Peine aufgenommen, zum Schichtdienst fährt er mit einem gebrauchten Kleinwagen.

Die Männer wollen auch künftig mit ihrem Betreuer und dessen Familie in engem Kontakt bleiben. „Wir sind wie eine Familie geworden“, sagen sie. „Und sehe das genauso“, sagt Ernst abschließend.

Die Männer sind gut in Deutschland angekommen. Dennoch lässt sie ihre Vergangenheit nicht los. So hat sie kürzlich die Nachricht erreicht, dass der aus der Region Daraa im Süden Syriens vertriebene IS die Stadt Swaida – das Zentrum der Drusen – angegriffen hat. Es habe mindestens 147 Tote und viele Verletzte gegeben, heißt es. Einer der Ilseder Drusen hat dabei einen Cousin und mehrere Freunde verloren.

Von Kerstin Wosnitza

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