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Ilsede Deutsch für Flüchtlinge und Zuwanderer
Kreis Peine Ilsede Deutsch für Flüchtlinge und Zuwanderer
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15:06 12.11.2015
Die Sprachlernklasse in der Grund- und Hauptschule Groß Ilsede. Aktuelles Thema: Medien.
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Diese Herkules-Aufgabe pädagogisch zu stemmen ist Jonas Raue nach den Sommerferien als Klassenlehrer vor den Kindern und Jugendlichen zwischen 10 und 18 Jahren angetreten - wobei für viele seiner Zöglinge ein spürbarer Lernerfolg ebenfalls mit vielen schulischen und emotionalen Plagen verbunden ist. Kriegsflüchtlinge aus Syrien sitzen in den Bänken, Jugendliche aus Serbien und Montenegro, seit Freitag ein Neuzugang aus Albanien aber auch Jungen und Mädchen von Zuwandererfamilien aus Tschechien und Polen.

Andere Länder, andere Sitten: Wenn Lehrer Raue die Klasse betritt, erheben sich die Schüler. „Bitte setzen“, sagt er und die Betonung liegt auf dem ersten Wort. Er lächelt. Das allgemeine Gemurmel legt sich schnell und ebenso erstaunlich zügig ist man gemeinsam „beim Stoff“. Weil heute in der letzten Bank ein PAZ-Autor zuhört, ist das heutige Thema des Deutsch-Unterrichts klar: Die Medien im Allgemeinen, die PAZ im Besonderen.

Raue artikuliert außerordentlich deutlich und scheint von seinem Klientel allgemein gut verstanden zu werden. Am neu angeschafften „Smart-Board“, also einer Tafel mit Computer- und Internet-Anbindung, notiert er Stichworte, lässt Schüler Bessim den Begriff „lesen“ konjugieren und kommt über die Definitionen „Medien“, „Text“ und „Überschrift“, im Nu zu „Meinungsfreiheit“ und „Demokratie“.

Die Beispiele sind realistisch („Unterricht ist keine Demokratie“) und wieder konjugiert ein Schüler einen Begriff, diesmal ist es „nachdenken“. „Und der Imperativ…?“ - „Richtig!“ Allmählich stellt sich großer Respekt ein vor der dieser soliden Mannschaftsleistung von Schülern und Lehrer.

Aber ob dieser in 25 Minuten vermittelte Stoff wirklich im Gedächtnis bleibe? Die Schulleiterin wird diese Art der Sprachvermittlung später als „vergleichbar mit einer Vorlesung in der Uni“ erklären, die sich ja auch erst nach und nach verdichte.

In der Pause verlassen einige Schüler die Klasse, um in „Regelklassen“ am Unterricht in Mathematik und den Naturwissenschaften teilzunehmen, denn „Fachliches darf ja nichts vernachlässigt werden“. Einige ausländische Pennäler hat Raue übrigens zu diesem Zweck auch an Gymnasium und Realschule weiter vermittelt.

Der 32-jährige Deutsch-Lehrer sei selbst erst seit Beginn des Schuljahres an der Groß Ilseder Lehranstalt und empfinde große Freude an der von ihm geforderten sehr speziellen Wissensvermittlung, auch wenn er ebenso spezielle Probleme dabei zu bewältigen habe, sagt er und nennt diverse Beispiele. Hausaufgaben hätten die Schülerinnen und Schüler, die auch aus Wohnunterkünften aus der Umgebung stammen, nicht anzufertigen. Raue verlegt sich nämlich schon der Sprachvermittlung wegen aufs ständige Wiederholen. Das sei schon deswegen obligatorisch, weil viele seiner aus Kriegsgebieten stammenden Schützlinge teils schon jahrelang keinen Unterricht mehr hatten und besonders im Bezug auf Disziplin „gewissen Nachholbedarf“ hätten. Wichtig für die Alltagsbewältigung seien auch Exkursionen beispielsweise in den Wald oder Supermarkt. Sport fördere soziales Lernen.

Dass es in Deutschland „schön“ sei, finden auf Nachfrage alle. Daniela aus Serbien hat ganz genaue Pläne: „Frisörin werden“, sagt sie und strahlt. Und dann Geld verdienen und sehr glücklich werden!

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