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Der Syrer Shayar Atman fertigt Kunst aus Altmetall an

Ölsburg Der Syrer Shayar Atman fertigt Kunst aus Altmetall an

Zahlreichen Metallskulpturen empfangen die Gäste der Familie Atman in Ölsburg, angefertigt sind diese von Familienvater Shayar. Die Eltern und Kinder sind muslimische Kurden aus Nordsyrien, geflüchtet sind sie vor dem Krieg in der Heimat. Nun möchten sie auch an der deutschen Kultur teilhaben, auch Weihnachten haben sie gefeiert. Doch noch ist ungewiss, ob die Familie in Deutschland bleiben kann.

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Shayar Atman mit seinen Skulpturen.
 

Quelle: Nicole Laskowski

Ölsburg. Die Flucht führte die Familie über die Türkei und Bulgarien schließlich nach Deutschland. Viele Angehörige blieben in der kriegsgeschüttelten, zerbombten Heimat zurück. „Das Wohnviertel, in dem meine Eltern leben, ist zerstört. Jemand hat einen mit Sprengstoff beladenen Lkw dorthin gefahren und gesprengt. Viele Freunde und Verwandte sind gestorben. Dort gibt es keine Sicherheit mehr, man kann nachts nicht ohne Angst schlafen, nicht einkaufen oder zum Arzt gehen“, schildert Ehefrau Hevin Habib und zeigt ein Video aus ihrer Heimat.

In Ölsburg lebt die Familie in einer kleinen Wohnung. Tochter Ronaz besucht die Grundschule, Sohn Mohammad den Kindergarten. Der kleine Sari und Nesthäkchen Linaz sind noch zuhause bei der Mutter. Zum Zeitvertreib fing Shayar Atman an, aus Metallschrott Motorräder, Flugzeuge und auch Menschen zu gestalten und zu schweißen. Die Beschäftigung hilft beim endlosen Warten auf eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung. „Gerne würde ich auch arbeiten. In Syrien hatten wir ein Geschäft für Hochzeitskleider, in dem meine Frau und ich gearbeitet haben. Ich habe aber auch Fliesen gelegt, als Elektriker gearbeitet, geschweißt und andere handwerkliche Tätigkeiten übernommen“, berichtet der 39-Jährige.

Auch sein Deutsch möchte er unbedingt verbessern, um seiner Familie eine sichere Zukunft in Deutschland zu ermöglichen. Gerne würde er seine Kunstwerke ausstellen, vielleicht in einem öffentlichen Gebäude, einem Geschäft oder in einer kleinen Galerie. Die filigranen und mit viel Liebe zum Detail gestalteten Skulpturen zeigen deutlich das große handwerkliche Geschick des Syrers.

„Am schlimmsten ist zurzeit wirklich das Warten. Die Ungewissheit, ob wir hier bleiben dürfen, macht uns traurig. Hoffentlich klärt sich das bald“, bekräftigen Hevin Habib und Shayar Atman abschließend.

Von Nicole Laskowski

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