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Dampfzentrale: Ruhe in Frieden?

Ilseder Hüttengelände Dampfzentrale: Ruhe in Frieden?

Ende einer Ära: Ab sofort bereitet eine Firma den Abbau der zuletzt umstrittenen Dampfzentrale vor. Die Freien Bürger Ilsede forderten im Ilseder Rat erneut die Auflösung des Planungsverbandes, der das Hüttengelände verwaltet: „Das ist Quatsch!“, sagt dazu Vorsitzender Werner Kirschner.

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Der Abbau ist eingeleitet. Kritik daran hat ein Unbekannter an die Front gesprüht.

Quelle: mu

Ilsede-Groß Ilsede . Die Bauzäune und ein Arbeiter-Container stehen bereits. „R.I.P Casino – R.I.P Dampfzentrale“ (zu deutsch: Ruhe in Frieden Casino – Ruhe in Frieden Dampfzentrale) hat jemand auf die blaue Front des Industriegebäudes gesprüht. Jetzt gibt es kein Zurück mehr – der Anfang vom Ende der Dampfzentrale ist eingeleitet.

Zurzeit bereitet eine Abriss-Firma die Baustelle vor, ab nächster Woche soll das Gebäude entkernt werden. Der Bagger wird aber voraussichtlich erst Anfang 2010 ansetzen. Der Abriss kostet auf dem Papier 198000 Euro, gehandelt wurden jahrelang etwa 800000 Euro.

Nicht ohne Skepsis wurde diese plötzliche Vergünstigung in der Ilseder Politik gesehen – hatte doch der Förderverein Haus der Geschichte, argumentiert, dass der Erhalt mit eben diesen 800000 Euro zu bewältigen sei.

Planungsverbandsvorsitzender Werner Kirschner, der auch Mitglied des Fördervereins ist, musste sich daraufhin den Vorwurf der Freien Bürger Ilsede gefallen lassen, er verfolge „persönliche Ziele“. Gleichzeitig hatte die Partei die Auflösung des Planungsverbandes gefordert.

Bei der jüngsten Ilseder Ratssitzung bezog Kirschner Stellung: „Sie plappern nur rum“, rief er Richtung Ilse Schulz (FBI). Natürlich könne man den Planungsverband auflösen: „Doch man sollte vorher wissen, was auf einen zukommt.“ Ilsede und Lahstedt müssten abklären, wie die Vermögenswerte, also die Gebäude, aufgeteilt werden, wer sie künftig erhalte und was mit dem Vermögenszuwachs geschehe – „eine hektische Auflösung ist Quatsch“.
Die Auflösung als Allheilmittel für die finanzielle Lage der Gemeinde sei eine Illusion, betonte Kirschner. Der Planungsverband, der die Aufgaben verwaltet, koste gar nicht so viel: „Gerade mal die zwei Planstellen, mit 15000 Euro Kosten im Jahr, können eingespart werden. Doch die Aufgaben bleiben – bei den Gemeinden oder einer Behörde.“

Die Auflösung könnte die Gemeinden sogar teuer zu stehen kommen: Die Nileg, die das Vermögen in Treuhand verwaltet, will es an den Planungsverband zurückgeben, erklärte Kirschner: „Das wäre grunderwerbsteuerfrei. Wenn wir das Vermögen dann später an die Gemeinden abgeben, könnte die Grunderwerbssteuer fällig werden.“
Den Vorwurf, er verfolge persönliche Interessen, wies Kirschner von sich – er sei in keiner Weise wirtschaftlich beteiligt: „Ich habe mich ehrenamtlich mit Begeisterung für die Sanierung der größten Industriebrache Niedersachsens eingesetzt, gleichzeitig versucht, die Geschichte zu bewahren und dabei so viele Ideen wie möglich in den Entscheidungsprozess eingebracht – wer mir undemokratisches Verhalten vorwirft, den muss ich nach seinem eigenen Demokratieverständnis fragen!“

Simon Polreich

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