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Blumen für das Russen-Grab

Bülten Blumen für das Russen-Grab

„Das Grab für die sechs russischen Zwangsarbeiter sah immer sehr verwahrlost aus“, erinnert sich Ingrid Tochtermann aus Bülten. Einziger Schmuck vor dem großen Stein mit den längst verblassten Buchstaben war eine weiße Laterne. Doch auch daran nagte schon der Zahn der Zeit – in Form von Rost.

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Bernd Wuttke (links), Ingrid Tochtermann und Heinz Rogalski am Russen-Grab.

Quelle: pif

Ilsede-Bülten. „Das konnte nicht so bleiben“, sagten sich die Mitglieder vom Bültener Heimat- und Bergbauverein und die Politiker vom Ortsrat.

Sie sammelten Geld und richteten das Grab wieder her. Nun schmücken Blumen den Stein mit den in schwarzer Farbe nachgezogenen Namen der Russen, die zwischen 1942 und 1945 in Bülten starben. Die weiße Laterne mit den leichten Rostspuren blieb an ihrem Platz. „Die Männer starben an Entkräftung und Typhus, an Misshandlungen und Schikane“, erzählt Karl-Heinz Marris vom Heimat- und Bergbauverein. Die Zwangsarbeiter mussten im Emilienschacht schuften. Die Arbeitsbestimmungen hätten für sie nicht gegolten.

„Dabei handelt es sich ja nicht nur um einen Gedenkstein, sondern um ein echtes Grab“, sagt Ingrid Tochtermann, deren Vater auch „im Krieg geblieben“ ist, wie sie sagt. „Es war wirklich nicht mehr schön“, ergänzt Heinz Rogalski, Vorsitzender des Heimat- und Bergbauvereins.

Rund 300 Euro haben Heimat- und Bergbauverein investiert. „Der Ortsrat spendete seinen Anteil aus der Sammlung für die Kriegsgräberfürsorge“, sagt Bültens Ortsbürgermeister Bernd Wuttke (SPD). „Wir wollen uns künftig um die Pflege kümmern“, verspricht Rogalski. Doch eigentlich seien alle Bültener aufgerufen, einen Blick auf das Grab zu werfen – und bei Bedarf auch ein paar Blumen zu pflanzen.

pif

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