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Ilsede Außerordentliche Stimmkraft: Schwarzmeer-Kosaken in Solschener Kirche
Kreis Peine Ilsede Außerordentliche Stimmkraft: Schwarzmeer-Kosaken in Solschener Kirche
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00:16 13.02.2014
Die Schwarzmeer-Kosaken mit ihrem Leiter Peter Orloff traten in der Solschener St.-Pancratii-Kirche auf. Quelle: im
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Jene Ambivalenz kennzeichnen auch das Souvenir-Programmheft, das in seinem „Pressespiegel der Gegenwart“ ausschließlich die Jahre 2000 bis 2008 erwähnt, und nicht zuletzt das gesamte Konzert, für das der Ilseder Kulturverein das seit gut 75 Jahren bestehende und bis vor acht Jahren auch tatsächlich in Chorstärke auftretende Ensemble gewinnen konnte. Solschens Pastorin Irmtraud Schliephake begrüßte die Sänger herzlich, die sich mit annähernd 50 Konzerten (einmal in Mertert, sonst alle in Deutschland) zurzeit wieder auf Europa-Tournee befinden und dabei inzwischen in Kleinwusterwitz, Mespelbrunn und nun auch in Solschen gastieren.

Seit eh und je enthält das Programm die Klassiker der russisch-orthodoxen Liturgie und russischen Folklore - und dies mit Zusätzen (Schubert und Verdi) sowie in einer Zusammenstellung, der die schlüssige Struktur und der innere Leitfaden fehlen. Es sei denn, man nimmt die außerordentliche Stimmkraft aller einzelnen Sänger, die in der Tat begeistert und sich durch alle Beiträge hindurchzieht.

Pastorensohn Peter Orloff, der in jungen Jahren seine Karriere als Mitglied der Schwarzmeer-Kosaken begonnen, dann als erfolgreicher Schlagersänger das Metier gewechselt hat, leitet die Vokalgruppe inzwischen seit 1993. In dieser Funktion ist er, der solistisch eher in die zweite Reihe verdrängt wurde, stolz auf sein Ensemble, in dem in der Tat „jeder Sänger ein Solist“ ist. Doch eine begeisternde Gruppe von Solisten verbreitet nicht immer auch einen gerade im Ansatz homogenen Chorklang, wenngleich die scheinbar atemlos im Piano-Background schwingenden Klangteppiche frappieren.

Die Solisten waren und sind das bewundernswerte Aushängeschild des Ensembles: So im vokalen Bereich der Soprano Igor Ishchak mit seinem hingebungsvollen, großartig ausgebildeten Timbre (wunderbar auch in der Zugabe „Guten Abend, gute Nacht“), die Tenöre mit ihrem neuen Star Vladimir Kuzmenko, der noch vor zwei Jahren sicher auch die ganze Staatsoper in Stuttgart schon zum Vibrieren gebracht hat, und nicht zuletzt der stellvertretende Leiter und Bassist Stefan Arininsky, dessen rundes Volumen nicht zu übertreffen ist.

Die instrumentale Begleitgruppe mit Korrepetitor Ilya Kurtev am Bajan, einem Knopfakkordeon, und Irina Kripakova an der lautenartigen Domra begeisterten besonders in einem insgesamt letztlich doch beeindruckenden Konzert.

hl

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