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Ilsede Ariane Holze: 632 Kilometer auf dem Jakobsweg
Kreis Peine Ilsede Ariane Holze: 632 Kilometer auf dem Jakobsweg
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22:00 03.08.2017
Die Obergerin am Stadtrand von Santiago de Compostela. Quelle: privat
Oberg

Aufgrund der Hitze ab dem späten Vormittag und den vielen Gruppen, die teilweise unterwegs sind, ist die 20-Jährige meist schon vor halb sechs auf den Beinen gewesen. Zunächst wanderte sie einige Tage durch das Weinanbaugebiet Rioja. Die erste größere Stadt war Burgos in der Hochebene Meseta. „Hier zeigt der Pilgerweg auch, dass zu viel Gepäck überflüssig ist. Man braucht nur Getränke, etwas Obst oder Brot und Sonnencreme. Und sollte man etwas brauchen, dann sind Mitpilger immer bereit, etwas zu teilen oder zu helfen. Auch eine Karte braucht man nicht wirklich, da die typischen Jakobsmuscheln und Pfeile den Weg weisen“, erzählt Holze.

Ab Leon nahm die Zahl der Pilger zu, außerdem wurde die Landschaft Galiziens bergiger. „Da meine Tagesetappen meist zwischen 35-45 Kilometern lagen, war ich etwa eine Woche früher als geplant schon kurz vor Santiago. Daher wollte ich die letzten Kilometer in zwei kürzeren Tagesetappen angehen. Dadurch dass ich mich spontan entschloss noch weiter bis nach Monte do Gozo (,Berg der Freude’, die letzte Erhebung vor Santiago) zu laufen, hat der Tag allerdings mit 50 Kilometern den Rahmen gesprengt“, erklärt Holze. Am späten Nachmittag waren dort schon alle Herbergen belegt, also marschierte sie notgedrungen doch nach Santiago. Tags darauf ging sie zur Pilgermesse, um sich ihre Pilgerurkunde, die Compostela, abzuholen.

„Der Camino mag ein Wanderweg sein, doch er ist noch mehr als das. Die Menschen kommen schnell miteinander ins Gespräch, für Oberflächlichkeit bleibt dabei meist kein Platz. Die Pilger helfen einander und laufen manchmal tagelang zusammen, ohne ein Wort voneinander zu verstehen. Jeder Tag wird vom selben Rhythmus und doch nur von einem selbst bestimmt. Statt Terminen und Verpflichtungen bestimmen Kondition, Durst, Erschöpfung und Hitze den Tagesablauf“, so die Pilgerin.

Von Dennis Nobbe

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