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Ilsede An der Grenze von Sinn und Verstand
Kreis Peine Ilsede An der Grenze von Sinn und Verstand
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08:00 25.05.2009
Irgendwo zwischen totaler Verunsicherung und Erkenntnisblitzen:Aidana Rico mit einem besonderen „Stuhlgang“. Quelle: Christian Bierwagen

Ilsede-Groß Ilsede. Nicht jeder wagt sich vor Kunstwerke, die er nicht versteht, die zudem lebendig sind und sich unkalkulierbar verhalten. Und doch lassen sich etwa 100 Wagemutige und Kunstinteressierte ein auf dreizehn Kurz- und Langzeit-Performances in der Gebläsehalle auf dem Ilseder Hüttengelände: Zehn junge lateinamerikanische und drei nordamerikanische Performance-Künstler gestalten auf Einladung des Gadenstedter Künstlers und Kunstlehrers Helge Meyer den siebten Teil seiner Performance-Reihe „Blow!“.

Mit ihren Körpern, sparsamen Mitteln, in viel Raum und kleinen Schlupfwinkeln, auch auf dem Außengelände, gehen sie aufs Ganze und führen ihr Publikum an die Grenzen von Sinn und Verstand. Die Frau in Gelb macht sichtlich betroffen: man sucht irritiert nach Bedeutung, fühlt sich vielleicht auch an etwas erinnert, „man möchte ihr helfen“, flüstert Ute Best aus Vöhrum. Wie sie sich abkämpft – da liegt die Verbindung zur Mühsal des Lebens nahe. Und man möchte ihr zurufen, sie solle sich einfach „draufsetzen“, vom Leben tragen lassen.

Derweil spickt Leonardo Gonzales seit zwei Stunden sechzehn auf fünfzig Quadratmetern akribisch arrangierte Äpfel mit Nägeln, die Spitzen nach außen. Die Kontrolle über die Natur mache sie ungenießbar, wäre eine mögliche Deutung. „Man glaubt ja nicht, was in einem so kleinen Ort möglich ist,“ sagt Monika Wegner aus Groß Ilsede, „Kunst in der Provinz – das ist so wichtig!“

Carlos Monroy hat eine neue Ecke bezogen. Dort sitzt er wieder still unter seiner spitzen Papiermütze. Wer will kann es ihm nachtun, wo er vorher war: die Anleitung ist dreisprachig auf den Boden geschrieben. Svenja Bonnecke aus Peine hat die schwarze Kleidung angezogen und will es versuchen. Mit dem Treiben im Rücken, dem Blick auf den Backsteinen spürt sie schnell: „Das ist gar nicht so unangenehm.“

Das Banale, Absurde, Erschreckende treffen sofort das Gefühl, werfen den Beobachter auf den Schleuderkurs zwischen konzentrierter Anspannung und entspanntem Lachen, zwischen Abgestoßensein und Mitgefühl, zwischen totaler Verunsicherung und Erkenntnisblitzen.Man hilft der unbeweglichen Traube aus schwarzen Luftballons (Pilar Talavera) beim Platzen – ihrer Wut? – mit Nadelstichen. „Das ist sehr krass. Und das Geräusch ist schrecklich“, beschreibt es „Mittäterin“ Mareike Göldenitz aus Lengede. Bernd Lenzner aus Bayreuth ergänzt: „Ich kann das nicht einordnen, bin sprachlos.“ Kaum hat das Wesen Bewegungsfreiraum, frisst es und erbricht sich in seine Geburtstagstorte.

Wie im Traum bewegen sich die Gäste über Stunden im Chaos der Symbolismen. Beim Selbstopfer von Ignacio Perez für die „Marlboro-Freiheit“ wird einem vom Zusehen schlecht. Mancher Raucher wird noch nach Wochen beim Anblick eines Blumentopfes die Zigaretten wegwerfen.

Kirsten Josel

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