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Hohenhameln Zuckerfabrik: Hochbetrieb auch ohne Rüben
Kreis Peine Hohenhameln Zuckerfabrik: Hochbetrieb auch ohne Rüben
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22:00 19.07.2012
In Clauen wird nur im Herbst und Winter Zucker produziert, im Sommer ist das Werksgelände eine einzige Baustelle. Derzeit wird die Anlage zur Saftreinigung erneuert: In den grauen Stahltürmen wird aus dem Rübensaft reines Zuckerwasser. Quelle: cb

200 Mitarbeiter sind derzeit auf dem Werksgelände im Einsatz, das sind noch mehr als während der Zuckerproduktion. „Die Reparaturen machen die gleichen Kollegen, die die Anlagen in der Kampagne bedienen“, sagt Werksleiter Zoltán Tóth.

Unterstützt wird die Stammbelegschaft von rund 50 externe Fachkräften, darunter Mitarbeiter einer Stahlbau-Firma. Sie bauen gerade die Anlage für die Saftreinigung komplett neu auf - fast sechs Millionen Euro investiert Nordzucker in dieses Projekt. Tóth hofft, dass mit den neuen Maschinen die Zuckerqualität noch besser wird.

Denn der süße Saft, der aus den Rüben gewonnen wird, enthält nicht nur Zucker, sondern auch viele Mineralstoffe - und die werden mithilfe von chemischen Reaktionen und mechanischen Filtern herausgelöst, um möglichst reinen Zucker zu erhalten. „Die Saftreinigung ist deshalb sehr wichtig für die Qualität des Produkts“, erklärt der Fabrikdirektor.

Auch die sogenannte „Schnitzelpresse“ wird derzeit zum Teil erneuert: Sie verarbeitet das, was von den Rüben nach der Zuckergewinnung übrig bleibt, zu Tierfutter.

Viel Zeit bleibt nicht mehr für die Bauarbeiten: Bereits Mitte August starten die Probeläufe, dann werden unter anderem neu verlegte Rohrleitungen getestet. Die Kampagne beginnt in diesem Jahr schon am 6. September - bis dahin muss alles fertig sein. „Das ist extrem früh, noch früher als vergangenes Jahr“, sagt Tóth.

Er erwartet wieder eine sehr gute Ernte - das nasse Wetter tut den Rüben gut. „Wir rechnen mit den gleichen Erträgen wie im vergangenen Jahr“, sagt Tóth. Dabei hatten die Rübenbauern schon 2011 von Rekord-Ernten gesprochen. Allein in Clauen wurden 1,4 Millionen Tonnen Rüben zu 200000 Tonnen Zucker verarbeitet.

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Trotz der Bauarbeiten haben die Mitarbeiter der Zuckerfabrik im Sommer weniger Stress als im Winter. Denn während der Kampagne läuft die Fabrik rund um die Uhr, vier Teams wechseln sich im Schichtbetrieb ab.

Früher hatten die Arbeiter monatelang keinen einzigen freien Tag, sagt Tóth – seit vor ein paar Jahren das Schichtsystem umgestellt wurde, bekommen sie zumindest einmal im Monat ein ganzes Wochenende frei.

Trotzdem machen sie in der Kampagne unzählige Überstunden, die im Sommer abgebummelt werden. Auch die anstrengenden Nachtschichten sind außerhalb der Kampagne nicht nötig: „Wir arbeiten zur Zeit nur tagsüber“, sagt Tóth.

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