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Wo Eichen „auf den Hänger springen“

Forstinteressentenschaft Mehrum Wo Eichen „auf den Hänger springen“

„So, Kameraden, kommt mal ran hier“: Boris Dröse ruft die Nummer 34 der Brennholz-Auktion auf: Eiche, Krone extra, Abtransport bis Ende April aus dem Mehrumer Forst. „Sag mal einer was“, fordert er die etwa 50 Bietwilligen auf. „30“, kommt es aus der zweiten Reihe. „40“, sagt Dröse, „ich sage 40 – mindestens.“

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Die geschlagenen Bäume im Mehrumer Forst haben Nummern aufgesprüht bekommen, so können ersteigertes Holz und neuer Besitzer leichter zueinander finden.

Quelle: de

Hohenhameln-Mehrum. Glitzerschnee, strahlende Sonne und knacke-kalt: Ideales Wetter, um Holz im Mehrumer Forst zu ersteigern. Die Männer sind gewappnet: Dicke Stiefel, wattierte Jacken, Mützen, zum Teil Taschenwärmer – kalt ist es trotzdem, verdammt kalt.

Dröse scheint das nichts auszumachen: Der Vorsitzende der Forstinteressentenschaft Mehrum kennt jeden umgesägten Baum im Wald, weiß zu jeder der 77 Nummern etwas zu sagen, gibt das Mindestgebot vor. Die alten Holz-Hasen in seinem Gefolge pokern um das beste Schnäppchen: Keine Regung zeigen, Desinteresse heucheln, mit dem Nebenmann tustern und den Kopf schütteln – um dann plötzlich aus der Deckung zu kommen und schnell zuzuschlagen.

Eichen liegen am Wegesrand, in erster Linie Eichen, auch Buchen und Birken. Die Kronen der Bäume sind einmal vom Stamm getrennt und ins Unterholz gestürzt. Aufarbeiten muss das Holz jeder Bieter selbst – wenn er denn den Zuschlag erhält und den Preis bezahlt hat. „Es wird erst mit der Arbeit begonnen, wenn die Quittung da ist“, nennt Dröse die Spielregeln. „Und alles auf eigene Gefahr, Sicherheitsbestimmungen müssen eingehalten werden.“

Geboten wird in Fünf-Euro-Schritten: Der Vorsitzende fragt einmal kurz in die Runde, was für den Stamm gegeben werden will, ist das Angebot zu niedrig, gibt er eines vor. Dann geht’s los: „30, 35, 40 – und zum Dritten.“ Weiter zur nächsten Nummer, die Autokarawane setzt sich auf dem Wirtschaftsweg in Bewegung zur nächsten Eiche: „Hier, die springt schon allein auf den Hänger.“

Kaum jemand ist dabei, den die Mehrumer Forstinteressenten in den vergangenen fünf Jahren nicht auch schon bei der Versteigerung begrüßt haben. Alte Holz-Hasen eben. „Hier, zwei schöne Weidepfähle“, preist Dröse eine dünnere Eiche an, „die fällt schon fast von alleine in zwei Teile.“ Wenig Material, aber schnell verkauft. Dann der nächste Baum, von selbst umgestürzt, der Wurzelballen hängt noch dran. „40 Euro“, sagt Dröse, „die Erde geht natürlich extra.“ Die Männer lachen und bieten.

Verkauft, so scheint es, wird alles. Holz ist gefragt, wer Heizkosten sparen will und seinen Zeit-, Arbeits- und Maschinenaufwand nicht mitrechnet, kann bares Geld sparen. „Ich mache das seit 40 Jahren und war schon als Kind mit der Säge im Wald“, sagt Hartwig Aumann, der als Rechnungsprüfer der Forstinteressentenschaft die Liste mit den Nummern, Käufern und Preisen führt. „80 Prozent meines Heizungsbedarfs decke ich über Holz.“

mu

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