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Hohenhameln „Wir bringen die Erde zurück auf den Acker“
Kreis Peine Hohenhameln „Wir bringen die Erde zurück auf den Acker“
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08:00 04.07.2009
Die Zuckerfabrik in Clauen.

Hohenhameln-Equord. Unangenehm: In der Verlängerung des Feldweges am Sporthaus von Herta Equord vorbei kommt man zu dem Feld, auf dem eine braune Masse ausgebracht und verteilt worden ist. Ein paar kleine Pfützen sind noch auf dem sonst festen Material erkennbar – und es riecht durchdringend. Aber Hühnerkot ist das nicht, sondern Erde aus den Absetzbecken der Zuckerfabrik Clauen.

„Trotz 100-prozentiger Vorreinigung der Rüben bei der Verladung gelangen etwa noch fünf Prozent anhaftende Erde bei der Rübenanlieferung in die Zuckerfabrik“, sagte Rüdiger Fricke, Manager für Rübenbeschaffung im Werk Clauen der Nordzucker AG. „Das ist kein Abfall, sondern hochwertiger Boden, den wir in Absprache mit Behörden und Landwirten zurück auf die Felder bringen.“

In der Fabrik wird die Erde von den Rüben gewaschen und in Absetzbecken gesammelt. „Die Rübenerde hat zum Zeitpunkt der jährlichen Ausfuhr einen Trockensubstanzgehalt von 40 bis 60Prozent“, sagte Fricke. „Sie enthält je nach Region Ton, Schluff und Sand und wertvolle Humusstoffe und andere organische Bestandteile. Rübenerde ist somit fruchtbarer Ackerboden.“ Schluff bezeichnet Feinböden mit einer Korngröße zwischen Sand und Ton.

Durch ihre guten Werte bei den Inhaltsstoffen gebe Rübenerde dem Boden wertvolle Nährstoffe zurück. „Sie wird von Landwirten gern zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit eingesetzt und führt insbesondere auf strukturschwachen Böden zu einer deutlichen Verbesserung der Speicherfähigkeit von Wasser und Nährstoffen“, sagte Fricke.

Durch das Aufbringung von Rübenerde, bei Equord von 6500Kubikmetern auf einer Fläche von 35000 Quadratmetern (maximale Größe von drei Fußballfeldern), komme es zur Rückführung dieser Nährstoffe. Pro Jahr fallen in der Zuckerfabrik Clauen etwa 50000Kubikmeter Rübenernte an, die neben Equord auch auf Flächen hinterm Kraftwerk Mehrum und bei Clauen verteilt werden.

„Wir bringen die Rübenernte nur auf abgeernteten Feldern auf, in diesem Fall sind wir sogar mit Lastwagen von Schwicheldt aus herangefahren, um nicht durch Equord zu müssen“, sagte Fricke. Die Felder werden nach ihrer Lage und den günstigsten Windverhältnissen ausgesucht. „So bald das Material abgetrocknet ist, wird es vom Landwirt eingearbeitet“, sagte Fricke.

Durch die Rückführung auf den Acker sei bei Rübenerde eine 100-prozentige Kreislaufwirtschaft gegeben. „Die Wiederverwertung der Rübenerde ist für die Nachhaltigkeit des Rübenanbaus ein wichtiges Element“, stellte Fricke fest, „durch natürliche organische Bestandteile wie kleinste Rübenteile und Reste von Rübenblatt sowie deren Abbauprodukte kann es allerdings zu kurzfristigen Geruchsentwicklungen kommen.“

Michael Schröder

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