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Steinhartes Geschäft jenseits der Massen

Ohlum Steinhartes Geschäft jenseits der Massen

Sommertour durch die Betriebe des Landes: Die Küchenarbeitsplatte aus Granit mit Spülbecken-Ausschnitt hatte Ulf Thiele gestern bei der Führung durch die Werkstatt von Mühlbach Naturstein in Ohlum gleich im Blick: „Für meine Frau muss das massive Bauweise sein“, sagt der gut gelaunte Generalsekretär der Niedersachsen-CDU. „Das ist typisch für Deutschland“, entgegnet Naturstein-Chef Berthold Mühlbach, „wir sind die Massivbauer, es muss nach etwas aussehen. Im Ausland ist das anders.

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Niedersachsens CDU-Generalsekretär Ulf Thiele (rechts) ließ sich vom Naturstein-Chef Berthold Mühlbach gestern in Ohlum informieren. Der Küchen-Spültisch aus Granit wäre schon etwas für den Politiker gewesen, verriet er.

Quelle: de

Hohenhameln-Ohlum. Thiele ist beeindruckt von der Präzision des kleinen Ohlumer Unternehmens, lässt sich die Schneide- und Schleifmaschinen erklären, spricht zwischendurch immer mit den ebenfalls von der CDU eingeladenen Kommunalpolitikern, Handwerkern und Kammervertretern. „In der Öffentlichkeit heißt es immer, wir kümmern uns nur um die großen Unternehmen“, sagt Thiele und fährt mit der Hand über blank polierten Granit, „dabei sind 99 Prozent der niedersächsischen Firmen Familien- und Kleinbetriebe, die die Wirtschaft darstellen.“ Mühlbach Naturstein hat drei Gesellen und einen Auszubildenden.

Aber auch als Kleinbetrieb hat das Unternehmen mit strengen Vorschriften zu kämpfen: Zum Schneiden, Bohren, Kantenbrechen und Polieren braucht Mühlbach Wasser, das im Kreislauf verwendet wird und sich nach und nach mit Granit- und Marmorstaub mischt. Alle eineinhalb Jahre muss er diesen Schlamm als Sondermüll entsorgen lassen, obwohl der Schleifstaub und die Diamanten auf den Sägeblättern reine Naturmaterialien sind. Früher wurden die Oberflächen mit Bleibändern und keramischen Steinen veredelt, da habe eine Sonderentsorgung ja Sinn gemacht, sagt Mühlbach dem Generalsekretär. „Und warum wurde das nicht geändert?“, fragt der 38-jährige Politiker den Meister. „Das war immer so“, sagt Mühlbach, „ist nie geändert worden.“ Thiele nickt.

Zum Schluss kommt der gelernte Verlagskaufmann und Betriebswirt, der seit 2003 im Landtag sitzt und seit 2005 Generalsekretär ist, bei strahlendem Wetter und einem Glas Mineralwasser auf dem Werkstatthof aufs Konjunkturprogramm II zu sprechen. „Viel Geld geht in die Bausanierung“, sagt er, „mit den für zwei Jahre veränderten Ausschreibungsbedingungen sollen gerade die Betriebe in den Gemeinden Aufträge bekommen.“

Mühlbach muss sich selbst um Arbeit kümmern: „Für Investitionen in Edemissen haben wir über ein Baugeschäft Aufträge bekommen“, sagt Marion Övermöhle-Mühlbach. Mit ihren Spezialanfertigungen für Bad und Küche sowie die Grabsteinsparte haben sie jenseits des Massen-Marktes eine Nische gut ausgefüllt. Für Konjunktur müssen die Ohlumer allerdings selbst sorgen und ihre Produkte präsentieren.

Anders sieht es beispielsweise bei Dachdeckermeister Ulrich Dornbusch, Inhaber des Unternehmens Steding, aus Hohenhameln aus: „Wir haben gut zu tun“, sagt Dornbusch, „ich habe noch fünf Kräfte zusätzlich eingestellt.“

Michael Schröder

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