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Stedumer kämpfen für ihren Kinderspielkreis

Stedum Stedumer kämpfen für ihren Kinderspielkreis

Da kam es ganz dicke für Hohenhamelns Bürgermeister Lutz Erwig (SPD): Etwa 70 aufgebrachte Stedumer kritisierten massiv den Ratsbeschluss, wonach der Kinderspielkreis im Ort geschlossen werden soll, und forderten den Fortbestand der „qualitativ hochwertigen Betreuung“.

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Hohenhamelns Bürgermeister Lutz Erwig (rechts, Zweiter von unten) hatte im Stedumer Mehrzweckgebäude keinen leichten Stand: Es ging um die Schließung des Kinderspielkreises.

Quelle: cb

Hohenhameln-Stedum. Hohenhamelns Bürgermeister Lutz Erwig hatte keinen leichten Stand im voll besetzten Stedumer Mehrzweckgebäude: Er informierte sachlich über den Stand der Dinge und wie es „unter erheblichem Zeitdruck“ zu der Entscheidung des Gemeinderates gekommen war. Unter Nutzung des Konjunkturpaketes II der Bundesregierung soll in Equord ein neuer Kindergarten gebaut und der Stedumer Spielkreis geschlossen werden.

Auch wenn die Entscheidungsfindung durch mehrere Ausschüsse unter Beteiligung der Ratsmitglieder gegangen sei, wurde der Ortsrat nicht offiziell informiert. Dieses sei zwar rechtswidrig gewesen, räumte Erwig ein, könne aber durch die Einwohnerversammlung nachträglich korrigiert werden. „Die Entscheidung ist rechtswidrig zustande gekommen und muss revidiert werden“, stellte hingegen Ortsbürgermeister Heinz-Erwin Dahlheimer (CDU) fest. In der anschließenden Ortsratssitzung forderte das Gremium einstimmig, der Rat solle seinen Beschluss aufheben.

Dem Bürgermeister schlugen in der Einwohnerversammlung zuvor Unverständnis, Kritik, Wut und Empörung entgegen: „Es geht nur ums Geld“, schimpfte ein Zuhörer, „im Zweifel muss auch mal auf Zuschüsse verzichtet werden, um Bewährtes zu erhalten.“ Auch von anderen war zu hören, dass „die besondere familiäre Atmosphäre“ im Kinderspielkreis Stedum sowie die Betreuung viele Eltern von außerhalb veranlassten, ihre Kinder nach Stedum zu bringen. Erwig hatte die sinkenden Geburtenzahlen sowie die schlechte bauliche Substanz und die damit verbundenen hohen Sanierungskosten sowohl für Stedum als auch für den bestehenden Kindergarten in Equord samt altem Schulgebäude als Argumente ins Feld geführt – und war auf kein Verständnis gestoßen. „Warum muss ein neuer, großer Kindergarten gebaut werden, wenn jetzt schon Plätze unbesetzt sind?“, wollten verschiedene Bürger wissen. Unausgesprochen befürchten sie offensichtlich eine weitere Konzentration bei gleichzeitiger Schließung einzelner Kindergärten.

„Ich verstehe, dass Sie auf die Barrikaden gehen“, sagte Erwig den aufgebrachten Bürgern, „aber in Zukunft werden noch ganz andere Herausforderungen in Sachen Kinderbetreuung und Schulerhalt auf uns zukommen. Die Qualität der Betreuung im Spielkreis stelle ich nicht infrage, aber wir können auch nicht einen Kindergarten gegen einen anderen ausspielen.“

Besonders hart ging Dirk Schliephake als Vorstandsvorsitzender der Kindergarten- und Kinderspielkreis Interessengemeinschaft mit Erwig ins Gericht. „Wie hier mit der Kapellengemeinde als Trägerin des Spielkreises umgegangen wird, ist ganz schlechter Stil und einmalig in der Landeskirche.“ Der Bürgermeister schalte sich in „kirchliche Angelegenheiten ein, für die Sie kein Mandat haben.“ Erwig hatte sich für eine Übernahme der von der Kirche beschäftigten Betreuerinnen in den neuen Kindergarten Equord ausgesprochen. „Ich wollte nur eine kleine Wohltat tun“, sagte er zur Verteidigung. „Tun Sie eine große und lassen Sie den Stedumer Spielkreis bestehen“, konterte ein Ortsratsmitglied.“

Michael Schröder

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