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Sind Laster zu schwer für die Triftstraße?

Mehrum Sind Laster zu schwer für die Triftstraße?

Andrea Rinas hat die vielen Laster satt, die täglich direkt vor ihrer Haustür über die Mehrumer Triftstraße donnern. „Die Straße trägt das nicht“, sagt sie. Ob sie recht hat, soll jetzt ein Gutachten klären.

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Die Triftstraße war früher für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen gesperrt. Anwohner glauben, dass sie die Last nicht trägt.

Quelle: sur

Mehrum. Wenn wieder einmal ein 40-Tonner über die Triftstraße rauscht, hört man  das nicht nur, man sieht es auch. „Dann wackeln bei uns die Lampen“, sagt Andrea Rinas aus Mehrum. Zusammen mit Nachbarn hat sie die Anliegergemeinschaft Triftstraße gegründet, ihr einziges Ziel: Ruhe.

Früher hielten Verkehrsschilder die meisten Lastwagen von der Triftstraße fern: Fahrzeuge mit mehr als 7,5 Tonnen durften dort nicht entlangfahren, mit Ausnahme der Landwirte, die zu ihren Feldern wollten. Vor ein paar Jahren ließ der Landkreis Peine die Schilder jedoch abmontieren. Seitdem nutzen viele Fahrer  die Straße als Abkürzung ins Industriegebiet Ackerköpfe.

Rinas und ihre Nachbarn sind allerdings überzeugt, dass die Triftstraße keine 40-Tonner trägt. „Die Straße hat gar keinen Unterbau. Das war früher mal Kopfsteinpflaster und wurde einfach überteert“, sagt Michael Utecht. Ob die Anlieger recht haben, soll jetzt ein Gutachten klären, das die Gemeinde in Auftrag gegeben hat.

Für Rinas und ihre Nachbarn ist klar: „Hier muss etwas passieren, und zwar schnell.“ Durch Bauarbeiten im vergangenen Jahr hat sich der Zustand der Straße noch verschlechtert, der notdürftig geflickte Asphalt gleicht einer Holperpiste. „Das scheppert unglaublich, wenn hier Trecker mit leeren Hängern durch fahren“, sagt Rinas.

Ihr geht es aber nicht nur um den Lärm – sie glaubt, dass die Erschütterungen auch die Häuser beschädigen. Rinas und vier ihrer Nachbarn haben schon Risse in den Wänden. „In unserem Haus haben sich 15 Risse innerhalb eines Jahres gebildet“, sagt Rinas. „Das macht uns Angst!“

Ortsbürgermeister Jens Böker (SPD) glaubt allerdings nicht, dass die Lastwagen schuld an den Rissen sind. „Mehrum hat Tonboden. Der schrumpft im Sommer, wenn es trocken ist, und dadurch entstehen die Risse“, meint Böker. Auch hier soll ein Gutachten Klarheit schaffen: Rinas hat schon einen Sachverständigen beauftragt.

sur

Anwohner wollen Begrenzung auf 7,5 Tonnen

Mehrum. Ortsbürgermeister Jens Böker wünscht sich für die Triftstraße eine Lösung, mit der Anlieger, Landwirte und Unternehmen im Industriegebiet gleichermaßen leben können. Bisher ist aber kein Kompromiss in Sicht.

Eine Begrenzung auf 7,5 Tonnen, aber freie Fahrt für landwirtschaftlichen Verkehr: Die Anliegergemeinschaft will, dass wieder solche Schilder an der Triftstraße aufgestellt werden. „Landwirtschaftlicher Verkehr“ sind aber auch jene Lastwagen, die Getreide zur Raiffeisen liefern oder Mais zur Biogas-Anlage. Die Lastwagen würden dadurch kaum weniger – zumal zur neuen Biogas-Anlage bald 55 000 Tonnen Rohstoffe pro Jahr geliefert werden, das entspricht rund 1400 Lastwagen-Ladungen.

Würde eine Tonnen-Begrenzung angeordnet, ohne Landwirten freie Fahrt zu gewähren, wären davon auch die Bauern im Dorf betroffen, die über die Triftstraße zu ihren Feldern gelangen. „Das möchte ich nicht“, sagt Ortsbürgermeister Jens Böker. „Ich will, dass die Landwirte die Triftstraße auch weiterhin nutzen können.“ So sieht das auch die Anliegergemeinschaft.

Der Ortsrat bevorzugt einen kompletten Umbau der Straße: Sie soll saniert werden, damit es nicht mehr „holpert“, und gleichzeitig schmaler werden, um den Verkehr zu bremsen. Denkbar sind Grünstreifen an der Seite, Bäume, Parkbuchten oder Verkehrsinseln, die die Straße an einigen Stellen enger machen. Solche wollte der Ortsrat schon aufstellen – bisher gibt es aber keine Einigung auf einen genauen Standort.

Ein weiteres Problem: „Wenn die Straße laut Bodengutachten nicht für den Schwerlastverkehr geeignet ist, dann muss sie saniert werden. Und dann entstehen Kosten für die Anlieger“, sagt Böker. Diese wollen aber nicht zahlen: „Wir sehen nicht ein, dass wir die Kosten tragen müssen, um die Straße für den Schwerlastverkehr auszubauen. Uns reicht die Straße auch so“, sagt Anwohner Michael Utecht. Seiner Meinung nach müssten die Unternehmen im Industriegebiet, deren Lastwagen die Straße nutzen, auch die Sanierung bezahlen.

Ein Nachtfahr-Verbot für Lastwagen wäre eine weitere Variante: Dann hätten die Anwohner wenigstens nachts Ruhe. „Eine andere Möglichkeit sehe ich momentan nicht“, sagt Böker.

sur

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