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Hohenhameln Sieben Mal Kinder angesprochen: Vorbestrafter Sexualstraftäter ist geständig
Kreis Peine Hohenhameln Sieben Mal Kinder angesprochen: Vorbestrafter Sexualstraftäter ist geständig
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22:53 29.09.2014
Vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Hildesheim wurde Anklage gegen den vorbestraften Sexualstraftäter erhoben, der in Hohenhameln Kinder angesprochen hatte, obwohl ihm dieses verboten war. Quelle: A
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Seit Ende Juli sitzt er in Untersuchungshaft, seine Taten hat er gestanden. „Es wurde Anklage vor der Großen Strafkammer des Landgerichts erhoben“, bestätigte Christina Pannek, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hildesheim, auf Anfrage der PAZ. Gegen den Beschuldigten bestehe der Verdacht des Verstoßes gegen Weisungen aus der Führungsaufsicht in sieben Fällen.

Alle Fälle hatten sich in Hohenhameln ereignet, sexuelle Übergriffe gab es dabei aber nicht. Der ehemalige Sexualstraftäter hatte die betroffenen Jungen lediglich angesprochen. Strafbar ist das für den 46-Jährigen aber dennoch, denn der Beschuldigte durfte sich Kindern nicht nähern - eine Auflage im Rahmen der Führungsaufsicht.

Die hatte er auferlegt bekommen, nachdem er bereits mehrere Jahre wegen pädophiler Neigungen in der Psychiatrie untergebracht war - auferlegt von einem Gericht. Auch jetzt wurde im Rahmen der Untersuchungen durch die Staatsanwaltschaft wieder eine Begutachtung des 46-Jährigen durch einen Experten in Auftrag gegeben. Fragestellung: War die Steuerungsfähigkeit des Angeklagten eingeschränkt und welche Straftaten sind in Zukunft von ihm zu erwarten? „Das Ergebnis steht aber noch aus“, sagt Pannek.

Der Prozess gegen den vorbestraften Sexualstraftäter beginnt spätestens Ende Januar, da eine Untersuchungshaft maximal sechs Monate dauern kann. „Üblicherweise wird diese Zeit aber nicht komplett ausgereizt“, erläutert Pannek und fügt hinzu: „Das hängt natürlich auch von der Terminlage des Gerichts ab.“ Die Strafandrohung für den Verstoß gegen Weisungen ist zwar verhältnismäßig gering, vergleichbar mit Hausfriedensbruch, Beleidigung oder Fahren ohne Fahrerlaubnis. Zuständig ist aber trotzdem die Große Strafkammer des Landgerichts mit drei Berufsrichtern und zwei Schöffen, da eine erneute Einweisung des Beschuldigten in ein psychiatrisches Krankenhaus in Betracht kommt. „So etwas darf ein Amtsgericht nicht entscheiden.“

Weil der Beschuldigte alle sieben Taten einräumte, gehe es im anstehenden Prozess nicht um die Frage der Schuld, sagt Panek. „Die große Frage wird sein, ob die neuen Straftaten ausreichen, damit wieder eine Sicherungsmaßnahme für erforderlich erachtet wird. Darüber müssen sich die Prozessbeteiligten dann intensiv Gedanken machen.“

js

PAZ-INFO: Die Vorstrafe des Sexualstraftäters

Zur Unterbringung des 46 Jahre alten Beschuldigten aus Hildesheim schreibt Christina Pannek, Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Hildesheim: „Vorbestraft ist er wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern. Daher war er mehrere Jahre in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Bei den Taten handelte es sich aber ‚nur‘ – in Anführungsstrichen – um Anfassen der Kinder.“

Nachdem der Beschuldigte bereits mehrere Jahre einsaß, bescheinigte ihm ein Gutachter, keine schwereren Straftaten als diese jemals zu begehen. Ein Gericht sah es darum als unverhältnismäßig an, den 46-Jährigen weiter in Verwahrung zu behalten.

Im Gegenzug zur Freilassung wurde ihm aber unter anderem untersagt, Kontakt zu Kindern unter 14 Jahren aufzunehmen. Dagegen verstieß er nun nachweislich sieben Mal.

 js

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