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Hohenhameln Plötzlich „alt“: Wenn Knöpfe zur Herausforderung werden
Kreis Peine Hohenhameln Plötzlich „alt“: Wenn Knöpfe zur Herausforderung werden
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12:00 25.09.2018
Tischdecken: Katharina und Sophie (v.l.) gaben nur wenige Tipps. Der Probant war, wie im wahren Leben auch, auf sich alleine gestellt. Quelle: Grit Storz
Hohenhameln

Der „Demenzparcours“ beim Aktionstag der Generationenhilfe Hohenhameln zum Weltalzheimertag hat nacherlebbar gemacht, wie es sich anfühlt, plötzlich „alt“ und hilfebedürftig zu sein. PAZ-Mitarbeiterin Grit Storz hat den Selbstversuch gewagt.

Anziehen und Knöpfe schließen? In jungen Jahren kein Problem. Als jedoch viel zu große Handschuhe und eine scheinbare Zeitbegrenzung ins Spiel kommen, werden die Knöpfe an der Kittelschürze zu einer Herausforderung. Als das endlich geschafft ist, soll der Frühstückstisch gedeckt werden. Hierfür sind Bildkarten vorbereitet, mit denen die Reihenfolge der Handgriffe bis zum fertig gedeckten Tisch gelegt werden soll. 42 solcher Handgriffe sind übrigens inklusive Tischdecke und Serviette hinlegen nötig.

Alltägliche Dinge wurden simuliert

Beim simulierten Einkauf geht es um die Merkfähigkeit. „Schnell sind die Grenzen schon in gesundem mittelalten Zustand erreicht“, stellt Storz fest. „Puh, geschafft“, atmet sie auf, nachdem sie die vorher gemerkte Einkaufsliste in Spiegelschrift geschrieben, Preise hinzugefügt und ausgerechnet hat.

Bei Christopher und Miguel wartet die nächste Herausforderung: Mittagessen. Leider nicht so einfach wie gedacht. In einer gemeinen Kiste, die Hände verdeckt und nur durch einen Spiegel guckend, soll das Essen aufgegabelt werden. „Ich schiebe die ganze Zeit nur mein Essen hin und her“, klagt eine Mittesterin verzweifelt. Da hilft auch die lobende Motivation der Jungs nicht viel.

Bei der scheinbaren Teilnahme am Straßenverkehr ist eine Rechts-Links-Schwäche bei der sich wieder nur im Spiegel abspielenden Situation nicht von Vorteil, macht das Ganze aber noch echter. Orientierung auf einem Stadtplan, basteln einer Geburtstagskarte oder Werfen und Fangen eines Balls mit einer Sehschwäche vorgaukelnden Brille, dabei gemerkte Begriffe den richtigen Buchstaben zuordnen – „Nichts ist so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint“, stellt Storz fest.

Aufgaben waren auch für Jugendliche schwierig

Die betreuenden Schüler sind 15 und 16 Jahre alt und beteuern, dass ihnen die einzelnen Aufgaben auch schwer gefallen seien. Fakt ist: Älter werden und etliche Fähigkeiten langsam zu verlieren, trifft fast jeden. Sowohl für den Betroffenen als auch für sein Umfeld ist es eine große Aufgabe, immer das nötige Verständnis aufzubringen. „Das hat die Absolvierung des Parcours ganz deutlich gemacht“, resümiert die Reporterin.

Am Nachmittag wurde der Film „Still Alice – Mein Leben ohne Gestern“ gezeigt, in dem es um eine an Alzheimer erkrankte Professorin. „Jetzt kann ich mir wirklich mal vorstellen, wie sich meine Mutter fühlt“, sagt eine Besucherin. „Wir alle müssen weiter aufmerksam, achtsam und fürsorglich mit demenziell erkrankten Menschen umgehen – und auch mit den betreuenden Angehörigen. Ich höre immer wieder, dass das Schlimmste für diese ist, wenn Freunde und Bekannte sich zurückziehen“, so Grote.

Von Grit Storz

Zum Weltalzheimertag hatte die Generationenhilfe Hohenhameln „Hand in Hand im Bördeland“ zu einem Informationstag ins Dorfgemeinschaftshaus eingeladen.

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