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Hohenhameln Mehrum: Hähnchen-Maststall für 39 500 Tiere
Kreis Peine Hohenhameln Mehrum: Hähnchen-Maststall für 39 500 Tiere
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23:07 03.12.2009
Viel Platz bleibt den Hühnern in diesem Maststall nicht: Rund um Wietze, auch bei Mehrum, sollen Mastanlagen für Hähnchen erntstehen. Quelle: Archiv: dpa
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Hohenhameln. Viel Flügelschlagen gab es gestern nicht im Hohenhamelner Gemeinderat zum Thema Hähnchen-Maststall bei Mehrum: Bürgermeister Lutz Erwig (SPD) teilte lediglich mit, dass eine solche Anlage nördlich des Industriegebiets „Ackerköpfe“ entstehen soll. „Ich habe noch nichts Schriftliches“, sagte er auf PAZ-Nachfrage, „das liegt noch alles beim Landkreis.“ Bekannt sei nur, dass sich Landwirte aus Hohenhameln, Mehrum und Groß Lobke zusammenschließen wollen, um die hohe Stückzahl von Federvieh zu produzieren.

Dieses Bau-Vorhaben steht vermutlich im Zusammenhang mit dem geplanten 50-Millionen-Euro-Schlachthof bei Wietze/ Celle, den die Firma Emsland Frischgeflügel bauen will. Nach Medienberichten sollen dort anfangs eine Million Hähnchen pro Woche geschlachtet werden. Dieser Schlachthof soll seinen Betrieb im Frühjahr 2011 aufnehmen, bis dahin müssten aus logistischen Gründen angeblich mindestens 500 Hähnchen-Mastanlagen rund um Wietze entstehen.

Schon einmal gab es in der Gemeinde Hohenhameln den Plan eines Landwirts, eine Hähnchen-Mastanlage für knapp 40 000 Tiere bei Stedum zu bauen. Im Jahr 2002 war das, die Wogen der Entrüstung schlugen hoch. Die Anlage wurde von der damaligen Bezirksregierung genehmigt. Massive Proteste waren die Folge, es gab Bürgerinitiativen, Informationsveranstaltungen, Drohungen gegen den Bauern. Eines Tages lag ein toter Hamster auf dem Acker, auf dem gebaut werden sollte – damit sollte, wenn auch durchsichtig konstruiert, mit dem Artenschutz gegen den Hähnchen-Maststall vorgegangen werden. Denn Feldhamster stehen unter Schutz. Allerdings, so stellte sich heraus, war der Hamster mit bereits doppelt gebrochener Wirbelsäule, also bewegungsunfähig, auf dem Acker abgelegt worden.

Ihren negativen Höhepunkt erreichte die Kampagne, als im Dezember 2002 Unbekannte Drohbriefe an den Landwirt und den Leitenden Baudirektor beim Landkreis, Wolfgang Gemba, schickten. Im Brief an den Landwirt befand sich eine scharfes Pistolengeschoss. Der Staatsschutz schaltete sich ein, der Landwirt gab sein Vorhaben seelisch schwer getroffen auf.

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