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Hohenhameln Mama auf Probe: Schüler kümmern sich um schreiende Baby-Attrappen
Kreis Peine Hohenhameln Mama auf Probe: Schüler kümmern sich um schreiende Baby-Attrappen
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06:16 08.07.2012
Von Susann Reichert
Als einziger „Papa“ beteiligt sich Kevin Meyer am Eltern-Praktikum. Er nahm seinen „Sohn“ Jake auch mit in den Unterricht. Quelle: oh
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Völlig übermüdet saßen die Schüler gestern Vormittag im Unterricht. In der Nacht zuvor hatte keines ihrer Babys durchgeschlafen, eines hatte seine „Mama“ acht Mal geweckt. Die Babys sind zwar nur aus Plastik, trotzdem verlangen sie regelmäßig ihr Fläschchen, eine frische Windel oder einfach nur Aufmerksamkeit.

48 Stunden lang kümmern sich die Realschüler um ihre Säuglinge, nehmen sie auch mit in den Unterricht oder zum Einkaufen. 48 Stunden - „das reicht, um einen Eindruck zu hinterlassen, was es bedeutet, ein Kind zu haben“, sagt Margret Borsum, die das „Eltern-Praktikum“ im Auftrag der Caritas an die Schulen bringt. „Es geht um das Gefühl, Verantwortung zu tragen und seinen Tagesablauf nicht mehr selbst bestimmen zu können.“ Das fängt bei Kleinigkeiten an: „Man überlegt schon, wann man unter die Dusche geht, weil das Baby anfangen könnte zu schreien“, erzählt die 15-jährige Svenja Giese.

Einfach bei Oma abgeben können die Schüler ihr Baby übrigens nicht. In den Puppen steckt modernste Technik, und die Schüler tragen einen Sensor am Handgelenk, an dem jedes Baby seine echte „Mama“ oder seinen echten „Papa“ erkennt. Gut behandeln sollten die jungen Eltern ihr Plastik-Baby auch: „Man muss aufpassen, dass man den Nacken stützt, sonst knickt der Kopf nach hinten und es schreit wie am Spieß“, sagt eine Schülerin. Ist das Baby dagegen zufrieden, kichert es oder macht ein Bäuerchen.

Abgeschreckt hat die Elternschaft auf Probe übrigens niemanden: Die acht Realschüler wünschen sich nach wie vor eigene Kinder - aber das hat noch ein paar Jahre Zeit.

sur

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