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Hohenhameln Landgericht stellt Strafantrag gegen den „Kinderansprecher“ von Hohenhameln
Kreis Peine Hohenhameln Landgericht stellt Strafantrag gegen den „Kinderansprecher“ von Hohenhameln
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19:26 30.07.2014
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Dr. Stephan Loheit, Pressesprecher des Landgerichts Hildesheim, meldete sich jetzt erneut zu Wort. Zuvor hatte die PAZ vor einer Woche öffentlich gemacht, dass es sich bei dem „Kinderansprecher“ um einen vorbestraften Sexualstraftäter handelt - der sich in der Vergangenheit unter anderem vor jungen Mädchen entblößt hatte (siehe Infoktext).

Der Beschuldigte aus dem Landkreis Hildesheim stehe „nach Vollverbüßung einer Freiheitsstrafe wegen Verstoßes gegen die sexuelle Selbstbestimmung unter Führungsaufsicht der Führungsaufsichtsstelle des Landgerichts Hildesheim“, bestätigte der Landgerichts-Sprecher erneut. Neu ist allerdings: Im Rahmen dieser Aufsicht war dem vorbestraften Sexualstraftäter per Weisung unter anderem untersagt worden, Kontakt zu Kindern aufzunehmen. Die Vorkommnisse sowie Aussagen von Hohenhamelner Kindern und anderen Zeugen lassen vermuten, dass der Hildesheimer gegen diese Weisung verstoßen hat.

Das sieht auch das Landgericht so. Loheit: „Nach dem Stand der polizeilichen Ermittlungen im Zusammenhang mit den Geschehnissen in jüngster Zeit geht die Führungsaufsichtsstelle des Landgerichts Hildesheim davon aus, dass wiederholte Weisungsverstöße vorliegen, die den Zweck der Maßregel gefährden“ - oder eben kurz: Es scheint, als ob der Hildesheimer gegen Auflagen verstoßen hat, die ihm nach der Haft auferlegt worden waren.

Die zuständige Aufsichtsstelle des Landgerichts habe daher gestern „Strafantrag wegen Verstoßes gegen Weisungen während der Führungsaufsicht gestellt“, erläuterte Loheit weiter. Das wird bei einer Verurteilung je nach Schwere des Verstoßes mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder mit einer Geldstrafe geahndet. Der Fall geht nun an die Staatsanwaltschaft.

js

Anfang Juli berichtete die PAZ erstmals über den Fall: Ein zunächst unbekannter Mann hatte in Hohenhameln mehrfach Kinder angesprochen, hielt ein Schwätzchen oder bot dem Hohenhamelner Nachwuchs – zumeist im frühen Grundschulalter – an, ihn nach Hause oder „an das blaue Meer“ zu fahren. Das ist zwar zunächst nicht strafbar, hinterließ bei den Hohenhamelnern aber einen faden Beigeschmack.

Die Polizei ging den Hinweisen nach, zahlreiche Zeugenaussagen führten letztlich zu einem Hildesheimer – einem vorbestraften Sexualstraftäter. Die PAZ berichtete vergangene Woche erneut über den Fall und fand mehr über den Hildesheimer heraus. Demnach war er in der Vergangenheit wegen Sexualdelikten auffällig und unter anderem verurteilt worden, weil er sich im Landkreis Hildesheim mehrfach vor Mädchen entblößt hatte.

Die Peiner Polizei gab die Erkenntnisse an das Landgericht Hildesheim weiter – die nach der ersten Prüfung jetzt Strafantrag gegen den Mann stellte.

js
 

  • Dieser Text wurde aktualisiert
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