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Hohenhameln 150 Jahre Zuckerfabrik Clauen
Kreis Peine Hohenhameln 150 Jahre Zuckerfabrik Clauen
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20:00 28.12.2018
Die Zuckerfabrik ist ein beliebtes Fotomotiv. Quelle: Archiv
Clauen

Vor 150 Jahren hat die Zuckerfabrik in Clauen ihren Betrieb aufgenommen. Zurück geht die Gründung des Werkes auf die beiden aus dem Baltikum stammenden Brüder Leopold und Peter Behrens, ist in dem Buch „175 Jahre Nordzucker – Eine Zuckergeschichte“ nachzulesen. Ihnen gelang es, die Landwirte rund um Clauen für den Zuckerrüben-Anbau zu gewinnen.

Gründer stammten aus dem Baltikum

Die beiden studierten Maschinenbauer hatten bereits in ihrer Heimat Zuckerfabriken errichtet und Erfahrungen im Rübenanbau. Ihnen gelang es, das anfängliche Misstrauen der Bauern, die Zuckerrüben würden auf den schweren Böden nicht gedeihen, nach erfolgreichen Anbauversuchen Ende der 1860er-Jahre zu zerstreuen.

Im März 1896 wurde mit der Wahl eines 15-köpfigen Ausschusses, eines Aufsichtsrates, und kurz darauf einer Einsetzung eines fünfköpfigen Direktoriums (Vorstand) die Aktiengesellschaft Clauener Actien-Zuckerfabrik gegründet. Man hatte sich das Ziel gesetzt, insbesondere bäuerliche mittlere Schichten zu fördern.

Aktien kosteten 1000 Taler

Zu einem Nennwert von 100 Talern je Aktie wurden 674 Aktien an 184 Aktionäre verkauft. Je Aktie bestand zunächst eine Rübenanlieferungspflicht von 6,25 Tonnen Rüben.

Den Baugrund der Fabrik, eine 2,5 Hektar große Koppel an der Landstraße außerhalb des Ortes, stellte der Vollspänner Heinrich Lauenstein zur Verfügung. Er erhielt dafür 3500 Taler. Erster Inspektor, eine Art technischer Geschäftsführer, wurde Leopold Behrens. Er plante auch die Bauarbeiten. Bereits im Herbst 1869 waren alle Gebäude fertiggestellt und alle Anlagen installiert, so dass die erste Kampagne am 30. November 1869 beginnen konnte.

Erste Kampagne war erfolgreich

Bis zum 20. Februar wurden so gut 4000 Tonnen Rüben zu Rohzucker und Melasse verarbeitet. Der Erlös der ersten Kampagne betrug umgerechnet 240 000 Mark – ein Erfolg. Alle Gesellschafter erhielten eine Dividende von 45 Mark je Aktie.

In den folgenden Jahrzehnten wurden die Kapazitäten in Clauen kontinuierlich erweitert – sowohl beim Rübenanbau als auch in der Produktion. So wurde auf den Clauener Feldern der bis dahin in der Gegend nicht verwendete Mineraldünger eingesetzt, was die Erträge steigerte. Auch in die Verarbeitungstechnik wurde zum Beispiel 1892 mit dem Einsatz einer modernen „Rübenschnecke“ zum Heben der Rüben investiert.

1896 kam Bahngleis

1896 erhielt die Zuckerfabrik Clauen ein Anschlussgleis an die Hildesheim-Peiner-Kreis-Eisenbahn. Der Versuch, eigenen Weißzucker, sogenannten Kornzucker herzustellen, scheiterte allerdings: Clauen konnte hierbei im Wettbewerb mit der Aktien-Zuckerraffinerie in Hildesheim nicht bestehen und stellte ab 1890 wieder ausschließlich Rohzucker her.

Heute ist die Zuckerfabrik Clauen das drittälteste Unternehmen der Nordzucker AG. In den vergangenen Jahren wurde laut Nordzucker umfangreich in die Modernisierung des Werkes investiert, um es leistungsfähiger und effizienter zu machen. Ziel war es, die Kundenzufriedenheit weiter zu verbessern und gleichzeitig den hohen Ansprüchen an den Umweltschutz zu entsprechen. Besonders hervorzuheben ist der Bau eines Verdampfungstrockners, der bei der Trocknung von Zuckerrübenschnitzeln zu einer Primärenergieeinsparung in Höhe von 25 Prozent geführt hat.

Von Mirja Polreich

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