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Hohenhameln „Ich wusste ja nie, ob er wiederkommt“
Kreis Peine Hohenhameln „Ich wusste ja nie, ob er wiederkommt“
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23:00 27.09.2009
Irmgard Lochte aus Hohenhameln wird heute 90 Jahre alt und freut sich jeden Tag über ihren schönen, großen Garten. Quelle: Isabell Massel
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Hohenhameln. Das Hören bereitet der alten Dame ein paar Probleme, aber sonst? „Naja, so fit wie früher bin ich auch nicht mehr“, sagt sie. Wer sie kennenlernt, mag das nicht glauben: Irmgard Lochte kocht immer noch gern, geht selbstständig im Ort zum Einkaufen, bringt Pflanzen und Blumen vom Wochenmarkt mit und hat den Garten stets im Blick: Aus ihrem Fenster im ersten Stock des ehemaligen Bauernhauses sieht sie direkt auf die gepflegte Anlage. Jeden Dienstag geht sie zum Rot-Kreuz-Nachmittag und nimmt auch noch an Tagesausflügen teil.

Irmtraud Lochte stammt aus Freden an der Leine. Elf Kinder waren sie, die Eltern hatten ein Gemüsegeschäft, alles kam aus dem eigenen Garten, da mussten die Jungen und Mädchen schon früh mit anpacken. Sie verliebte sich in ihren Otto, der sie nach Hohenhameln holte. Bei Dr. Wittenberg war sie zunächst zwei Jahre lang „in Stellung“. Ihr Mann ein Stellmachermeister, hatte das Geschäft in der Hofstelle eingerichtet, dann kam der Krieg und Otto musste zur Armee. Seine Frau war schwanger, er bekam nach der Geburt des Sohnes kurz Heimaturlaub, „er hat mich nur einmal gesehen“, erzählt Otto Lochte jun., „ich habe an meinen Vater keine Erinnerung.“ Mit 35 Jahren galt Otto Lochte sen. ab 1944 als vermisst im so genannten Memelland. Irmtraud war mit dem kleinen Otto allein.

Sie hat sich durchgebissen, musste immer weitermachen, sie und ihr Sohn wollten leben. Die Obstbäume in ihrem Garten ermöglichten ihr ein kleines Einkommen, nach den zwangseinquartierten Vertriebenen und Flüchtlingen hatte sie Mieter im Haus. Die Rente war eher schmal, trotzdem brachte sie sich und ihren Sohn durch: Er wurde Elektromeister und blieb in Hohenhameln wohnen. An eine erneute Heirat hat Irmtraud Lochte nach der Vermisstenmeldung ihres Mannes nicht gedacht: „Ich wusste ja nie, ob er wiederkommt.“

Otto Lochte jun. stellte Nachforschungen über den Verbleib seines Vaters an: „Die Frontverläufe waren genau dokumentiert, aber nirgends stand etwas von den Soldaten, die dort gefallen sind“, sagte er. „Mehrfach wogten die Kämpfe hin und her, mittlerweile werden auch die Gebeine der deutschen Soldaten, die bei Grabungen gefunden wurden, beigesetzt und die Erkennungsmarken zurückgeschickt.“

Otto Lochte jun. zog es mit seiner Frau Edeltraud immer wieder in die Welt: China, Südamerika, wenn das Ehepaar reiste, passte Oma auf Lochtes Sohn und Tochter auf. „War das schön, als sie so klein waren“, erinnert sich die 90-Jährige, „ganz lieb waren sie und nie frech.“ Wenn die beiden zu besuch kommen, kocht Oma immer noch. „Egal, was ich auf den Tisch stelle, es schmeckt ihnen immer: Gehacktesklöße, Schweinebraten oder Rouladen, das ist egal.“ 2001 starb Edeltraud Lochte nach schwerer Krankheit, die Kinder sind erwachsen.

Die meisten ihrer Geschwister sind schon gestorben, zur Geburtstagsfeier kommen neben vielen anderen Gästen auch ein Bruder und eine Schwester. „Meine Mutter hat immer die Familie zusammen gehalten“, sagt Otto Lochte, und die alte Dame fügt hinzu: „Wir nehmen das, was kommt.“

Michael Schröder

Die kurze Tagesordnung war weitestgehend abgearbeitet, da wurde es im Hohenhamelner Gemeinderat doch noch spannend: Eine teils heftige Diskussion zwischen Ortsbürgermeister Gerhard Bankes (CDU) und Bürgermeister Lutz Erwig (SPD) drehte sich unter anderem um den geplanten Verkauf des ehemaligen Spritzenhauses, im Volksmund „Polnische Botschaft“ genannt. Bankes will das Gebäude erhalten, Erwig verkaufen. Und Günther Hesse (SPD) schlug vor, es abreißen zu lassen.

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