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„Hunde wollen nicht einfach nur spielen“

Mehrum „Hunde wollen nicht einfach nur spielen“

Das totgebissene Kaninchen von Mehrum – das offenbar ein Junghase war – beschäftigte gestern viele PAZ-Leser. Die Lengeder Tier-Therapeutin Gabriele Grabowski etwa warnt davor, Hunde als zu harmlos einzustufen.

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Tier-Therapeutin Gabriele Grabowski kennt sich mit dem Wesen von Hunden bestens aus. Sie warnt davor, die Psyche der Tiere mit der von Menschen gleichzusetzen.

Quelle: Archiv

Mehrum. Wahrscheinlich hat in Mehrum ein nicht angeleinter Hund den jungen Hasen gejagt und getötet. „Obwohl zur Brut-, Setz- und Aufzuchtzeit eine generelle Leinenpflicht gilt“, stellt Jagdpächter Ulrich Schulze aus Edemissen klar. Vom 1. April bis zum 15. Juli gilt dies in Niedersachsen. „Ohne Wenn und Aber“, betont Schulze.

Doch auch außerhalb der Schonzeit für Jungtiere müsse man sich seiner Verantwortung bewusst sein, sagt Tier-Therapeutin Grabowski: „Ich finde es immer wieder traurig, wie ignorant sich viele Hundehalter verhalten.“

Sie arbeitet seit mehr als sieben Jahren mit Hunden. Unter anderem zeigt sie an der Gesamtschule Vöhrum Kindern und Jugendlichen den richtigen Umgang mit den Vierbeinern. Sie hat unter dem Namen Siggi G. sogar einen Ratgeber verfasst: „Mein Hund – ein Raubtier?“

Die Lengederin kennt die Probleme im Umgang mit den Tieren: „Übermäßige Vermenschlichung oder Härte trägt zu einem Scheitern in der Hundeerziehung bei.“ Sie weiß, dass bei dieser ein Umdenken erforderlich ist.

Ein Beispiel ist der berühmte Satz „Der will doch nur spielen.“ Grabowski stellt klar: „Das gibt es unter fremden Hunden nicht. Denn Hunde tun etwas nicht einfach nur so zum Vergnügen, sondern handeln immer erfolgsorientiert.“

Sie rangeln, raufen, mobben und versuchen eine Rangordnung herzustellen. Das bedeutet auch, dass ein solches Spiel sehr schnell ins Gegenteil umschlagen kann, „wenn der Hundehalter nicht in der Lage ist, seinen Hund zu lesen“, sagt Grabowski und ergänzt: „Er muss seinen Hund richtig einschätzen können. Die wenigsten können das.“

Der will doch nur spielen. „Nein!“, sagt Grabowski: „Das ist des Menschen Gedanke und hat in der Hundewelt nichts zu suchen.“

ale

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