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Hohenhameln Hohenhameln: Beschluss sorgt für Unmut
Kreis Peine Hohenhameln Hohenhameln: Beschluss sorgt für Unmut
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23:00 13.02.2017
Auch in Soßmar wären mehrere Familien mit Kindern von der geplanten Regelung betroffen. Quelle: lak
Soßmar

„Wir möchten, dass unsere Kinder in Hildesheim zum Gymnasium gehen“, sagt Hansjörg Henker. Die Alternativen wären die IGS in Vöhrum und das Gymnasium in Groß Ilsede - dafür würden die Beförderungskosten auch künftig erstattet werden. „Aber die Peiner Schulen sind keine Option für uns“, betont Henker.

Kinder müssen ihren Begabungen und Bedürfnissen entsprechend ihre Schule selbst wählen dürfen, wie er findet. „Hinter der Schulwahl liegt meist der Wunsch nach einer speziellen Ausrichtung. Ob Latein, Sport oder Wirtschaft - der Landkreis Peine hat schlichtweg versäumt, auf abwechslungsreiche, praxisnahe Bildung zu setzen“, sagt er.

Auch Malte Cavalli (FDP), Mitglied des Kreisausschusses, ist gegen den geplanten Beschluss, über dessen Empfehlung der Kreisausschuss morgen abstimmen will. „Aus politischer Sicht kann ich ihn zwar nachvollziehen, doch fehlt hier aus meiner Sicht das Feingefühl für die Belange einer Randgemeinde wie Hohenhameln“, sagt Cavalli. „Natürlich wird hier nur dem Schulgesetz gefolgt. Aber die Frage ist, ob man über das Gesetz hinaus nicht auch weiter eine freiwillige Leistung erbringen kann.“ Als ein Beispiel führt er die Michelsenschule in Hildesheim an: „Sie ist landwirtschaftlich ausgerichtet. Schüler aus Hohenhameln, die einen landwirtschaftlichen Beruf anstreben, gehen seit Generationen auf diese Schule. Ein entsprechendes Gegenstück in Peine gibt es nicht.“ Auch die CDU spricht sich gegen den Wegfall aus.

Die Erstattung der Schülerbeförderungskosten zu einer anderen als der nächstgelegenen Schule soll zu Beginn des Schuljahres 2017/18 im Landkreis Peine gestrichen werden. Dies geht zurück auf eine Änderung des Niedersächsischen Schulgesetzes im Jahr 2015. Der Kreisausschuss beschloss 2016, die Vorgehensweise ab dem Schuljahr 2017/18 rechtzeitig der gesetzlichen Regelung entsprechend einzuleiten. Beispielsweise bekam ein Schüler aus Hohenhameln, der ein Gymnasium in Hildesheim besucht, bislang die Kosten für den Schulweg in der Höhe erstattet, die dem Landkreis für die Sammelzeitkarte entstanden wären, wenn der Schüler das Gymnasium in Groß Ilsede besucht hätte – die nächstgelegene Schule im Landkreis. Nach der neuen Regelung haben die Erziehungsberechtigten keinen Anspruch mehr auf Erstattung der fiktiv berechneten Kosten.

Begründung: Der Landkreis Peine stellt den Schülern aus Hohenhameln eine Sammelzeitkarte für den Besuch des Gymnasiums in Groß Ilsede zur Verfügung, so dass für die Erziehungsberechtigten keine Kosten entstehen. Jedoch werden die fiktiven Kosten weiterhin für Schüler erstattet, die den Besuch der Schule fortsetzen, die sie zuletzt im Schuljahr 2014/15 besucht haben. Der Landkreis rechnet dadurch am Ende mit einer Kostenersparnis von rund 140000 Euro im Jahr.

 dn

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