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Flohmarktverbot: Organisator verärgert über „Berufsverbot“

Entscheidung des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts Flohmarktverbot: Organisator verärgert über „Berufsverbot“

Das Oberverwaltungsgericht entschied im vergangenen April, dass „gewerbliche Floh- und Trödelmärkte, bei denen nach einer Würdigung aller Umstände des Einzelfalls die wirtschaftlichen Interessen im Vordergrund stehen, an Sonn- und Feiertagen grundsätzlich unzulässig sind“.

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Der soziale Flohmarkt in Hohenhameln: Nach jetzigem Stand wird es ihn ab 2018 nicht mehr geben.
 

Quelle: privat

Hohenhameln.  In Kraft treten soll dies 2018 – und betrifft damit auch den sozialen Flohmarkt, den der Hohenhamelner Jens Koch mehrmals jährlich an verschiedenen Standorten im Kreis Peine organisiert.

„Für mich und viele meiner Kollegen bedeutet das neue niedersächsische Flohmarktgesetz ab 2018 ein verdecktes Berufsverbot“, so Koch. Der angebliche Hintergrund der Lüneburger Richter sei das „uralte Verkaufsverbot an Sonn- und Feiertagen in Niedersachsen“. In der Realität sei dieses jedoch vollständig ausgehöhlt, denn jeder könne beispielsweise am Sonntag bei einer Tankstelle einkaufen. „Es ist eine Binsenweisheit, dass genau diese Neben-Produkte im Sortiment überhaupt die wesentlichen Einkünfte bescheren, denn am Treibstoff verdienen Tankstellen kaum etwas. Auch Bäckerei, Kiosk und Restaurant haben sonntags geöffnet. Wer beispielsweise sonntags sein Auto verkauft, macht sich demnach dann wohl auch strafbar“, sagt Koch.

Insbesondere viele ältere Personen seien auf die inzwischen geringen Einnahmen auf Flohmärkten angewiesen, um ihrer Altersarmut entgegenzuwirken. Die Umsätze auf Sonntagsflohmärkten seien ohnehin nur ein Promille dessen, was ganz legal an Sonntagen umgesetzt werde, denn das wahre „Millionen-Geschäft“ finde schon lange fast nur noch im Internet auf den hinlänglich bekannten Plattformen statt.

„Flohmarktbesuchern wird ferner ein Stück Lebensqualität geraubt. Vielen Menschen ist es ein besonderes Vergnügen, den Feiertag mit einem Flohmarktbummel zu krönen. Die stets beschworene Nachhaltigkeit wird nirgends so gelebt wie auf den Flohmärkten, wo gebrauchte Dinge angeboten werden“, meint Koch.

Von Dennis Nobbe

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