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Hohenhameln „Erkennen, was der Baum sagt“
Kreis Peine Hohenhameln „Erkennen, was der Baum sagt“
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20:22 12.07.2009
Der Hohenhamelner Fach-Agrarwirt Roman Rathai hängt an Seilen in der Eiche: Die Klettertechnik ermöglicht dem Baumpfleger große Bewegungsfreiheit zum Arbeiten, ohne Zweige und Äste durchs eigene Gewicht abzubrechen oder zu beschädigen. Quelle: Isabell Massel

Hohenhameln. Mächtige Eichen stehen auf dem Grundstück am Hahnendamm in Hohenhameln. Im dichten Laub der 60- bis 80-Jährigen hängt ein Mann: Roman Rathai, Fachmann für Seilklettertechnik in der Baumpflege. „Am Seil komme ich zu den weit ausladenden Ästen, ohne sie abzubrechen“, sagt er, „ich kann frei beim Arbeiten agieren, ohne dem Baum zu schaden.“
Rathai bewegt sich in einem Gurt, den er um die Hüfte trägt und der sich um beide Beine schlingt. Am Gürtel: Zahlreiche Karabinerhaken, metallene Ösen, die Handy-Tasche und das Lederfutteral mit der Baum-Handsäge. Helm ist Pflicht. Bei der täglichen Arbeit ist ein zweiter Mann zur Sicherheit unverzichtbar.

Den Aufstieg in den Baum erledigt der 23-Jährige an dem durch eine Astgabel geführten Seil mit der Fußklemmtechnik: Er packt zu, schlingt das Seil um die Füße und drückt sich hoch. Da das 60 Meter lange Seil an der einen Seite des Baumes hoch- und an der anderen heruntergeführt wird, hat er zwei flexible Enden, die er gegenseitig bewegt und sich so ohne große Kraftanstrengung in die Höhe bringt – nur mit den Füßen und den Auf- und Ab-Bewegungen der Beine. Ein Spezialknoten verhindert das zurückrutschen am Kunststoffseil.

Aber erst muss es einmal Halt im Baum finden: Rathai nimmt eine Kunststoffleine, an der an beiden Enden 200 Gramm schwere Wurfbeutel befestigt sind, schwingt den einen hin und her, bis er sein Ziel angepeilt und genügend Schwung hat, lässt los und der Wurfbeutel zieht die dünne Leine im Flug exakt durch die Astgabel. Wenn die Schnur wieder auf der Erde gelandet ist, bringt Rathai das eigentliche Kletterseil an, zieht es hoch und durch, sichert beide Enden mit einer Schlinge und einem Knoten und beginnt zu klettern.

Wer ihm zuhört, bemerkt die Freundschaft, die ihn mit den Bäumen verbindet: „Es sind Lebewesen“, sagt er, „ich tue alles, um sie zu erziehen und zu erhalten, ein rechtzeitiger, fachmännischer Schnitt rettet so manchen Baum und spart dem Eigentümer viel Geld.“

Gekappte Bäume, den Stamm auf halber Höhe abgesägt, sind ihm ein Graus. „Ich muss erkennen, was der Baum mir sagt“, beschreibt Rathai sein Vorgehen, „erst dann kann ich etwas für ihn tun.“ Er erkennt die Vitalität eines Baumes, kann die Standsicherheit ablesen, bekämpft Pilzbefall.

Nach dem Abschluss mit der Note 1,9 zum Fach-Agrarwirt hat er in München die Seilklettertechnik erlernt, sich in Nürnberg bei der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau weitergebildet, in der Schweiz gearbeitet und sich in Neuseeland sechs Monate lang mit Kollegen ausgetauscht. Seine Schwester war dort als Au-Pair, er schnitt Bäume und lernte dazu. Im September beginnt das Studium der Arboristik in Göttingen, der Lehre vom „Schutz und der nachhaltigen Entwicklung von Gehölzen und Grünräumen im Siedlungsbereich“.

Michael Schröder

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