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Endlich ein Heim für Maria und Josef

Clauen Endlich ein Heim für Maria und Josef

Ein Dach überm Kopf: Achim Schiller-Brandau aus Clauen hat in dreimonatiger Handarbeit einen Stall für die Krippenfiguren der Kirchengemeinde gebaut. Morgen, 4. Advent, ab 10.30 Uhr wird der Fachwerkstil-Bau im Gottesdienst erstmalig gezeigt.

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Fast komplett ist jetzt die Krippe in der Clauener Kirche: Pastorin Anja Jäkel und Hobby-Tischler Achim Schiller-Brandau freuen sich über die selbstgebaute Heimstatt für die wertvollen Weihnachtsfiguren.

Quelle: Christian Bierwagen

Hohenhameln-Clauen. Die Wände aus massiven Holzbalken, mit Fachwerkkonstruktionen verbunden und von außen beplankt, das Dach Stück für Stück mit Bambus gedeckt: Der Stall für die Clauener Krippenfiguren kann sich sehen lassen. Sechs Jahre hat es vom Kauf der ersten Figuren bis zur Heimstatt von Maria und Josef gedauert. Aber jetzt ist alles fertig.

Mit der Liebe zum Holz

Alles ist sauber gesägt, exakt zusammengedübelt, die Beleuchtung indirekt und hinter dem großen goldenen Stern von Bethlehem sowie einer Leiste verborgen. Damit die Krippe gut von den Besuchern in den Kirchenbänken gesehen werden kann, steht sie auf einem mit Sackleinen verkleideten Tisch. Auch den hat Freizeit-Tischler Achim Schiller-Brandau angefertigt. „Er ist zusammenklappbar und dient nach Weihnachten auch gleich als sichere Verpackung für den Stall“, sagt der 57-jährige Vorruheständler.

Schiller-Brandau war Elektro-Ingenieur, aber die Liebe zum Holz und der Holzbearbeitung hat er von seinem Vater geerbt. „Ich habe in Clauen eine kleine Werkstatt mit den nötigen Maschinen“, erzählt er und streicht mit der Hand über den geflämmten Dachfirst des Stalls. „Es macht mir Spaß, so etwas zu bauen, und als mich Dirk Oelkers vom Kirchenvorstand frage, habe ich zugesagt.“

Schiller-Brandau baute ein Modell aus Leisten, stellte die Figuren hinein – „das Größenverhältnis muss ja stimmen“. 85 Zentimeter hoch geworden ist der Stall, 60 Zentimeter tief und 1,75 Meter lang. „Beim Dach habe ich überlegt, ob es mit Holz oder Schiefer gedeckt werden sollte“, sagt Schiller-Brandau, „dann habe ich mich für diese Variante entschieden – Schilf.“ Rollos aus dem Baumarkt hat er zerschnitten und Streifen für Streifen halb versetzt übereinander gelegt.

„Unsere Krippenfiguren sind etappenweise angeschafft worden“, sagt Pastorin Anja Jäkel. „Pro Stück kosten sie 500 Euro. Das Geld kam aus freiwilligen Kirchengemeindebeiträgen und zweckgebundenen Einzelbeiträgen.“ Die ersten Krippenfiguren, die Heilige Familie, wurden im Dezember 2003 angeschafft. Im Dezember 2004 kamen zwei Schafe, ein Hirte und ein Engel dazu, im vergangenen Dezember die drei Könige. „Sie wurden von der Sächsischen Volkskunststube in Meißen angefertigt, sind aus Lindenholz handgeschnitzt und etwa 40 Zentimeter hoch“, sagt Jäkel und holt den Engel mit den einsteckbaren Flügeln aus der Verpackungskiste.

„In der Peiner St.-Jakobi-Kirche stehen Figuren aus derselben Werkstatt, nur sie sind halb so groß wie unsere. Leider gibt es die Sächsische Volkskunststube nicht mehr.“

Und das ist ein Problem: Die Clauener wollten in diesem Jahr noch Ochs und Esel anfertigen lassen, bekamen aber keinen Kontakt mehr. „Der Betrieb scheint Pleite gegangen zu sein, vielleicht können wir noch einen der Schnitzer erreichen und für uns gewinnen.“

Michael Schröder

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