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Eine Stunde vom Alarm bis zum Aufbruch

Hochwasser-Einsatz in Hildesheim Eine Stunde vom Alarm bis zum Aufbruch

Als aufgrund der Überschwemmungen in den Kommunen um Peine herum Nachbarschaftshilfe angefordert wurde, machten sich mehrere Hundert Einsatzkräfte aus dem Kreis auf, um zu helfen. Mit dabei waren drei Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Hohenhameln. Sie berichten stellvertretend, wie es ist, so kurzfristig zu einem solchen Einsatz gerufen zu werden.

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Simon Beimes (.l.), Karsten Dolatka und Thomas Heinzelmann aus Hohenhameln waren zum Hochwasser-Einsatz in Hildesheim.

Quelle: Kerstin Wosnitza

Hohenhameln. Als in der vergangenen Woche aufgrund der Überschwemmungen in den Landstrichen um Peine herum teilweise Katastrophenalarm ausgelöst und Nachbarschaftshilfe aus dem Peiner Land angefordert wurde, machten sich mehrere Hundert Einsatzkräfte auf, um zu helfen. Mit dabei waren drei Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Hohenhameln. Sie berichten stellvertretend für alle anderen, wie es ist, so kurzfristig zu einem solchen Einsatz gerufen zu werden.

„Die Alarmierung kam am 25. Juli um 21 Uhr mit dem Stichwort Nachbarschaftshilfe in Hildesheim. Wir haben uns am Gerätehaus getroffen und als erstes geklärt, wer problemlos auf unbestimmte Zeit abkömmlich ist – beruflich ebenso wie privat“, erklärt Karsten Dolatka.

„Es hat nur ein paar Minuten gedauert, bis sich die angeforderten neun Personen gefunden hatten“, berichtet Thomas Heinzelmann. Sie seien nach Hause gefahren, um das Nötigste für einen womöglich mehrtägigen Einsatz zusammenzupacken. „Viel braucht man da nicht, hauptsächlich Wäsche zum Wechseln und Kosmetiksachen. Nach Hildesheim kann man sich zur Not ja auch etwas vom Partner oder den Kameraden nachbringen lassen“, erklärt Heinzelmann.

Anders habe es beim Oder-Hochwasser vor einigen Jahren ausgesehen. Da hätten alle vorsichtshalber zum Beispiel auch Schlafsäcke mitgenommen. „Um Unterkunft und Verpflegung müssen wir uns nicht kümmern, das wird vor Ort organisiert“, sagt Heinzelmann.

Natürlich muss der Einsatz auch mit dem Arbeitgeber abgeklärt werden. „Bei uns dreien ist das kein Problem. Aber das ist nicht immer so. Ein Vier-Mann-Betrieb kann nun mal nicht spontan auf jemanden verzichten“, machen die drei Männer deutlich.

Während sie ihre Vorbereitungen trafen, haben die Kameraden, die nicht mitfahren, am Feuerwehrhaus alles vorbereitet. Bereits um 21.45 Uhr war in Hohenhameln Aufbruch, um 22 Uhr trafen sich die Einsatzkräfte der Feuerwehrbereitschaft-West in Peine, um gemeinsam zum Einsatzort auszurücken.

Eine Nacht lang haben die Hohenhamelner Sandsäcke befüllt. „Das ist schwere Arbeit – zumal, wenn einem schon ein langer Arbeitstag in den Knochen steckt“, sagt Beimes. Zwei Stunden Säcke füllen, zwei Stunden Pause – in diesem Rhythmus ging es die ganze Nacht durch. Aber dennoch sei es dank der guten Organisation vor Ort ein angenehmer Einsatz gewesen.

Kontakt nach Hause zu halten, ist nicht immer leicht. „Meist ist das größte Hindernis der leere Akku. Zeit, ihn noch einmal aufzuladen bleibt nicht. Ans Ladekabel denkt man beim Packen oft nicht – . und wenn doch, scheitert es mitunter ganz schlicht an einer Steckdose“, erklärt Heinzelmann. Die Familien daheim brauchen viel Verständnis, aber in den allermeisten Fällen stünden die Partner hinter den Aktiven.

Eindrucksvoll bei solchen Einsätzen sei das gut funktionierende System, das nur durch viele ehrenamtliche Helfer – nicht nur von der Feuerwehr – möglich ist.

„Ein besonders schönes Erlebnis hatten wir auf der Heimfahrt: Ein entgegenkommender Autofahrer hat uns applaudiert“, freut sich Beimes über die Anerkennung.

Von Kerstin Wosnitza

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