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Hohenhameln Ein gestickter Wimpel erinnert an die Anfangsjahre nach dem Krieg
Kreis Peine Hohenhameln Ein gestickter Wimpel erinnert an die Anfangsjahre nach dem Krieg
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06:16 25.06.2012
Von Susann Reichert
Der Sozialverband Bierbergen wird 65 Jahre alt / Der Vorsitzende Franz Benske mit Protokollbuch. Quelle: sz
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Ein handgestickter Wimpel an einem gedrechselten Holzgestell ist aus der Anfangszeit noch erhalten geblieben. „Reichsbund Ortsgruppe Bierbergen gegr. 1947“ ist auf goldfarbener Moiréseide zu lesen.

Bei der Gründung der Ortsgruppe am 5. September 1947 nannte sich der Sozialverband Deutschland noch „Reichsbund der Kriegsopfer, Behinderten, Sozialrentner und Hinterbliebenen“. Die meist weiblichen Mitglieder zahlten eine Aufnahmegebühr von einer Reichsmark. Der Monatsbeitrag betrug 0,70 Reichsmark, ein Jahr später nach der Währungsreform 0,90 DM. „Der Stundenlohn eines Maurers betrug damals 0,80 DM, wer würde heute schon einen vergleichbaren Beitrag zahlen?“ fragt Franz Benske. Trotz dieser hohen Kosten kamen bereits bei der Gründung 40 Mitglieder zusammen. Im Jahr 1998 waren rund 100 Bierbergener Mitglied, heute sind es 78.

„Wir helfen Menschen, die in Not sind“, erläutert der frühere Kfz-Meister für Lastwagen, der seit 42 Jahren in Bierbergen zu Hause ist. „Ein typischer Fall: Eine 51-jährige Frau aus dem Ort wandte sich an mich, weil ihr Antrag auf eine unbedingt nötige Reha-Maßnahme von der Krankenkasse bereits zweimal abgelehnt worden war. Als sich der Sozialverband für sie einsetzte, ist der Antrag anstandslos bewilligt worden.“ sz

  • Sein 65-jähriges Bestehen feiert der Sozialverband am Sonnabend, 30. Juni, ab 11 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Bierbergen. Nach einem Gottesdienst sind Vorträge und Reden geplant, danach gibt es Mittagessen. Ab 14 Uhr musiziert der Spielmannszug Equord. Für die Kinder wird eine Hüpfburg aufgestellt. Bei Kaffee und Kuchen wollen die Sozialverbands-Mitglieder mit Verwandten, Freunden und Gästen das Fest ausklingen lassen.
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