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Auf der Jagd nach Tönen und Geräuschen

Hohenhameln Auf der Jagd nach Tönen und Geräuschen

Fffff macht der Wind, Ssss macht die Schlange - und die Kindergartenkinder in Hohenhameln machen mit. Die Logopädin Bettina Geffert aus Mehrum bringt den Jungen und Mädchen Laute und Rhythmen bei, damit sie später in der Schule besser Schreiben lernen. Der Sprachunterricht ist auch eine Art Fortbildung für die Erzieherinnen.

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Silbentraining mit Trommel und knallroten Pfeifen: Bettina Geffert mit ihren Sprachschülern im Kindergarten.

Quelle: sur

Hohenhameln. Wer Schreiben lernen will, muss erst einmal ganz genau hinhören können - davon ist Bettina Geffert überzeugt. Die Logopädin bringt Kindern nicht nur bei, ein F von einem S zu unterscheiden, sondern will ihnen auch ein Gefühl für den Rhythmus der Wörter vermitteln. Spielerisch lernen die Kinder, was Silben sind - und schlagen dafür im Takt auf eine Holztrommel. Für "Birte" klopfen sie nur zweimal, für "Fotoapparat" gleich fünfmal. "Ist das jetzt ein langes oder ein kurzes Wort?", fragt Geffert immer wieder.

Was zunächst kinderleicht klingt, ist für manche Jungen und Mädchen sehr mühsam. Immer mehr Kinder haben Sprachprobleme - da sind sich Geffert und die stellvertretende Kita-Leiterin Petra Sievers einig. "Ganze Sätze zu bilden fällt den Kindern zunehmend schwer", sagt Sievers. "Statt ‚Ich habe Durst‘, sagten sie zum Beispiel nur ‚Trinken!‘". Warum das so ist, lässt sich nicht leicht beantworten. "Da stecken viele Faktoren dahinter", meint Geffert. Fest steht aber: Ohne Sprachförderung haben die Kinder später in der Grundschule Probleme, Lesen und Schreiben zu lernen.

Geffert geht mit ihnen deshalb auf die Jagd nach Lauten - zum Beispiel nach Wörtern, in denen das "Windgeräusch" steckt, also das F. Quasi als Hausaufgabe sollten die Kinder solche Wörter suchen - und haben reichlich gefunden: Fußball, Schaf, Gummistiefel. Die Kinder hätten richtig viel Spaß als "Wörter-Detektive", sagt Sievers: "Die machen die Übungen ganz von selbst. Zum Beispiel, wenn sie auf dem Bauteppich sitzen und überlegen: Ist Baustein jetzt ein langes oder kurzes Wort, wie oft muss man da klopfen?"

Genau das war das Ziel: Die Kinder sollen künftig nicht stundenweise Sprechtraining bekommen, sondern ständig - quasi nebenbei im Kindergarten-Alltag. Fünfmal war Geffert im Kindergarten zu Besuch, gestern fand die letzte "Unterrichtsstunde" statt. Nicht nur die Kinder haben dabei etwas gelernt, sondern auch die Erzieherinnen, die Geffert zuschauten - und die nun so manche Übung übernehmen können.

sur

Fördergeld vom Land

Das niedersächsische Kultusministerium will die Sprachförderung im Kindergarten stärken und finanziert sie jedes Jahr mit sechs Millionen Euro. Mit dem Geld können seit dem vergangenen Jahr auch regionale Sprachförderkonzepte unterstützt werden. Wie ein solches Konzept in Hohenhameln aussehen könnte, will die Verwaltung demnächst zusammen mit den Trägern aller Kindertagesstätten in der Gemeinde erarbeiten.

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