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Hohenhameln Alte Draht-Esel werden auf Trab gebracht
Kreis Peine Hohenhameln Alte Draht-Esel werden auf Trab gebracht
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08:00 08.07.2009
Ein Blick in die Fahrradwerkstatt der Beschäftigungs- und Beteiligungsgesellschaft des Kreises in Stedum. Quelle: jö

Hohenhameln-Stedum. Gelbe und rote Kabel ragen aus dem Rechner-Gehäuse heraus: Mit raschen, konzentrierten Schnitten trennt Fevzi Salucu die Kabel mit einem Seitenschneider ab, wirft sie in den bereitstehenden Behälter. In der Halle nebenan liegen ausgebaute Bildröhren aus Fernsehgeräten auf zwei großen Bergen auf dem Stedumer Recyclinghof-Gelände.

„Bei der braunen Ware haben wir uns auf Unterhaltungs-Elektronik spezialisiert, weiße Ware sind Waschmaschinen und Trockner“, erklärt Betriebsleiter Uwe Passe. Gemeinsam mit Regina Eggers und Christine Klußmann-Merten betreut er die Mitarbeiter, die eine Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwands-Entschädigung haben, so heißt der Ein-Euro-Job in Behörden-Deutsch.

Eggers zieht eine Halbzeitbilanz, denn die Mitarbeiter sind seit März dabei, die Aktion ist auf ein halbes Jahr befristet, wird aber ein zweites Mal direkt im Anschluss stattfinden. Gezahlt wird den Mitarbeitern das Arbeitslosengeld II plus einen Euro pro Tag. Für die Mitarbeiter sind das 120 Euro im Monat, rechnet Ulrike Scharf vor. Sie ist Fachdienstleiterin Arbeit beim Landkreis, der Landkreis ist als so genannte Optionskommune für die Betreuung der Langzeitarbeitslosen zuständig.

Ziel ist es, die Langzeitarbeitslosen für den Arbeitsmarkt vorzubereiten, sagen übereinstimmend Scharf, Eggers und Klußmann-Merten. Dabei geht es im allerersten Schritt um die Eingliederung in einen geregelten Arbeitsablauf mit 30 Stunden pro Woche. Wichtig ist, sagt Klußmann-Merten, dass die Mitarbeiter eine sinnvolle Beschäftigung haben, die ökologisch wertvoll ist und sich außerdem rechnet. Die Mitarbeiter von Passe reden nämlich nicht von Abfall, sondern von Rohstoffen. Der allergrößte Teil der Haushaltsgeräte wird so gut getrennt, dass er in weiterverarbeitenden Betrieben wieder für die Produktion neuer Produkte eingesetzt werden kann.

In der Fahrrad-Werkstatt in Stedum sind fünf der 20 Mitarbeiter damit beschäftigt, alte Drahtesel, die gebracht oder mit dem Sperrmüll eingesammelt wurden, wieder herzurichten. Das ist längst nicht mehr so einfach wie früher, sagt Passe, denn die Fahrräder enthalten immer mehr Technik. Früher konnte man aus zwei alten Rädern ein neues Rad machen, heute braucht man drei bis fünf dafür.

Ein Drittel der Arbeitszeit wird verwendet, um begleitende Inhalte zu vermitteln. Das ist auch Aufgabe der Sozial-Pädagogin Klußmann-Merten. Sie frischt Grundrechenarten auf, beschäftigt sich mit Fachrechnen oder auch mit Lesen und Schreiben. Für Scharf hat die gute Zusammenarbeit zwischen Fachdienst Arbeit und der Beschäftigungs- und Bildungsgesellschaft einen hohen Stellenwert, und das solle auch so bleiben.

Jörg Schmidt

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