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160-Meter-Schlot verschluckt sich selbst

Kraftwerk Mehrum 160-Meter-Schlot verschluckt sich selbst

Erst stürzt der 1000-Tonnen-Kessel, mürbe getrommelt von 53 Schlägen mit der Abrissbirne, dann ist der 160 Meter hohe Kamin der alten Blöcke 1 und 2 des Kraftwerks Mehrum an der Reihe. Als er in Schutt und Asche am Boden liegt, holen die Stadtwerke Hannover zum nächsten Schlag aus: Am Dienstag, 22. September, soll der zweite Kessel stürzen. Gäste sind willkommen, Besucher können bis 17 Uhr tippen, wie viele Schläge dieses Mal nötig sind.

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Das Kraftwerk Mehrum aus dem Flugzeug fotografiert: Der linke der beiden schlanken Schornsteine ist mittlerweile verschwunden, andere, nicht mehr benötigte Gebäude werden folgen.

Quelle: ja

Mehrum. „Wer mitmachen möchte, kann eine Postkarte mit der Schlag-Zahl und seiner Adresse beim Pförtner abgeben, als Preis gibt es einen Tag mit dem „enercity-ConferenceBike“, einem 7-Personenfahrrad. Bei mehreren richtigen Tipps entscheidet das Los, der Gewinner wird von den Stadtwerken benachrichtigt.

Sechs Wochen dauerte es, bis der 160 Meter hohe Kamin Schicht für Schicht abgetragen war. 1000 Tonnen Schutt rauschten durch den Schornstein hinab, bis nur noch ein Haufen Betontrümmer übrig bleiben. Ein Rückblick.

Ein Sommertag, strahlend blauer Himmel, schlank und weiß-scheinend reckt sich der 160-Meter-Kamin der ehemaligen Blöcke 1 und 2 des Mehrumer Kraftwerks in die Höhe. Wie eine Laufmasche wirkt aus der Entfernung der außen angebrachte Fahrstuhl, der Menschen und Material in die extreme Höhe befördert. Die Stadtwerke Hannover haben mit dem Rückbau der nicht mehr benötigten Elemente begonnen. „Nach Abschluss der Arbeiten wird es hier bis auf Weiteres eine grüne Wiese geben“, sagte Carlo Kallen von der Stadtwerke-Unternehmenskommunikation.

Rauchgase wurden durch den Kamin in 160 Meter Höhe abgeleitet, nun dringt nur noch der hämmernde Lärm der Abbrucharbeiter mit ihrem Spezialwerkzeug über Mehrum hinweg. Gesichert durch ein kreisförmiges Netz, das mit der jeweiligen Arbeitshöhe immer weiter nach unten versetzt wird, haben die Kollegen die Krake angesetzt. Das Gerät hämmert den Beton brüchig, bis die Teile durch das Innere des Schornsteins auf die Erde stürzen. Der Schlot verschluckt sich selbst.

Die Krake ist ein aufgesetzter, sich in der Mitte drehender Bagger, der den Kamin Schicht für Schicht abträgt. „Im Idealfall schafft er sechs Meter pro Tag“, sagt Kallen, „nach unten, wo die Wände dicker werden, gibt es entsprechend weniger Tagesleistung.“

Die Arbeiten, die bis in die Abendstunden reichten und auch am Wochenende andauerten, sind alle genehmigt, stellte der Ortsrat Mehrum bei seiner Sitzung fest.

Anlieger hatten sich über die massive Lärmbelästigung beschwert. Kallen weiß um die Probleme und hatte schon beim Abbruch des alten Kessels um Verständnis gebeten.

Eine Sprengung des 160-Meter-Schornsteins kam nicht infrage: Wichtige Versorgungsleitungen für das Kraftwerk ziehen sich als dicke Rohre oberirdisch über das Gelände.

Starker Wind setzt den Arbeitern immer wieder zu, häufig gibt es Zwangspausen. „Die Netto-Arbeitszeit betrug etwa sechs Wochen“, sagt Unternehmenssprecher Kallen. Die Kosten für den Gesamtabbruch von Kamin und Kesseln betragen etwa 2,5 Millionen Euro.

Michael Schröder

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