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Edemissen Zwischenfall bei der Schachtverfüllung
Kreis Peine Edemissen Zwischenfall bei der Schachtverfüllung
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22:00 12.11.2012
Früher lag der tonnenschwere Betondeckel bündig auf dem Schacht, nun ist er um rund einen halben Meter verschoben. Quelle: wos

Eindrucksvolles Zeugnis des unplanmäßigen Ereignisses ist der verrutschte, tonnenschwere Deckel auf dem Schacht in Klein Oedesse. Ingenieur Rainer Selbach, der als „Leiter Verwahrung“ für die Verfüllung zuständig ist, erklärt den Vorfall auf Nachfrage der PAZ.

Derzeit wird der ehemalige Wetterschacht bei Berkhöpen verfüllt (PAZ berichtete). Der eingebrachte Kies habe sich um etwa 40 Meter gesetzt und hat dadurch mit enormem Druck das zuvor dort befindliche Wasser in Richtung des Schachtes Klein Oedesse gepresst.

„Durch diesen gewaltigen Druck ist vermutlich die Verstopfung beseitigt worden, die zwischen den beiden ursprünglich miteinander verbundenen Schächten bestand“, erklärt Selbach. Das Wasser entwich in den Schacht Klein Oedesse. Da der die Masse nicht fassen konnte, wurde durch die Kraft des Wassers die Betonplatte angehoben. Ein Teil der Flüssigkeit lief über und versickerte im umliegenden Erdreich.

Wegen eines alten Kanals wurden in unmittelbarer Nähe des Schachtes einige Löcher ausgespült. „Schuld daran war das Wasser, das von oben kam. Die Löcher lagen alle innerhalb der vorhandenen Einzäunung“, sagt Selbach. Eine Gefahr für die in der Nähe befindlichen Gebäude sehe er nicht.

Die zuständige Behörde sei informiert worden, ebenso die Nachbarn, die vor Ort den Zwischenfall beobachtet hatten, die Gemeinde und Dirk Reppert von der Bürger-Arbeitsgruppe Schachtverfüllung.

Entwichen sei leicht mineralisiertes Wasser. Es wurden Bodenproben entnommen und auch die Beregnungsbrunnen kontrolliert. Der Wasserstand im Schacht in Klein Oedesse habe sich wieder bei etwa acht Metern eingependelt, „vermutlich konnte das Wasser an der Stelle entweichen, durch die der Schacht einst geflutet wurde“, sagt Selbach.

Insgesamt hat sich die zu verfüllende Kiesmenge entgegen den ersten Berechnungen deutlich erhöht. „Das hängt damit zusammen, dass wir nur bis etwa 180 Meter loten konnten. Die Schicht in dieser Höhe war aber kiesdurchlässig, so dass wir bis zur Endtiefe verfüllen müssen. Das sind rund 400 Meter mehr als geplant“, sagt Selbach. Vermutlich war es auch diese Schicht, die nachgab und so den eingangs beschriebenen Zwischenfall auslöste.

Statt der kalkulierten 7300 Tonnen Kies seien bereits 15700 Tonnen eingebracht worden, und noch müssen 97 weitere Meter verfüllt werden.

wos