Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Edemissen „Zuhause im Glück“: Familie drohen 42.557 Euro Schulden
Kreis Peine Edemissen „Zuhause im Glück“: Familie drohen 42.557 Euro Schulden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:23 23.06.2018
Dreharbeiten zur Serie „Zuhause im Glück“ in Eddesse: Die Familie dort soll nun über 40 000 Euro Steuern nachzahlen – für den „geldwerten Vorteil“. Quelle: RTL II
Eddesse

Die Teilnahme an der RTL-2-Serie „Zuhause im Glück“ entwickelt sich für die Familie aus Eddesse zu einer finanziellen Katastrophe. Das Finanzamt wertet den Umbau durch das Bauteam der TV-Sendung als „geldwerten Vorteil“, der versteuert werden muss.

Schlaflose Nächte

„Ich habe unzählige schlaflose Nächte hinter mir“, sagte Inge Zant gegenüber der PAZ. Seinerzeit hätten Freunde die Teilnahme bei „Zuhause im Glück“ initiiert. Sie sei zunächst gar nicht so begeistert gewesen, habe dann aber dennoch mitgemacht, denn aus eigener Kraft hätten sie den behindertengerechten Umbau ihres Hauses nicht stemmen können. Im Vertrag stehe zwar, dass das Finanzamt Ansprüche stellen könnte. „Doch das wurde als rein theoretische Option dargestellt“, so Zant. „In all den Jahren, in denen die Sendung läuft, hat kein Finanzamt die Renovierungsleistungen als steuerpflichtiges Einkommen bewertet und Steuern eingefordert“, bestätigte ein RTL-2-Sendersprecher auf Nachfrage.

Die Arbeiten von Zuhaus im Glück“ in Eddesse. Quelle: RTL II

Das habe sich nun geändert, betroffen sei nicht nur die Familie Zant. Die Finanzverwaltung vertrete die Ansicht, dass Sach- und Dienstleistungen dieser Art als einkommensteuerpflichtiges Einkommen zu werten sind. „Das ist eine neue Sach- und Rechtslage und für uns unverständlich. Wir hoffen, dass die Finanzämter in dieser strittigen Rechtsfrage ihren Auslegungs- und Ermessensspielraum nutzen, um den Hilfsgedanken zu unterstützen“, so der Sprecher. Man biete den Familien Unterstützung durch einen Steuerberater an. Vor ein paar Tagen gab es in Köln mit der UFA eine Krisensitzung.

Spendenaufruf gestartet

Das bestätigte Zant, die mittlerweile von ihrem Mann getrennt lebt. Viele der betroffenen Familien haben untereinander Kontakt. „Mir sind etwa 40 Fälle bekannt, von denen stehen vier oder fünf so wie wir kurz vor der Pfändung“, sagte Zant. In ihrer Not hat sie im Internet einen Spendenaufruf gestartet. „Allein kann ich so viel Geld niemals aufbringen“, betonte sie. Familien, Sender und Produktionsfirma versuchen nun gemeinsam, die Zahlung auszusetzen, bis alles geklärt sei. Es gebe noch viele Fragen hinsichtlich der Berechnung des Finanzamtes. Laut Zant läuft auch eine Musterklage.

Dank an Unterstützer

Um ihren guten Willen zu zeigen, zahle sie zurzeit monatlich 100 Euro an das Finanzamt. Aber auch das Geld hätte sie nicht, wenn nicht schon viele Menschen der Bitte um Unterstützung gefolgt wären, darunter die Fußball-Herren des TSV Edemissen. „Ihnen allen möchte ich von Herzen danken“, sagte Zant. Sollte sich ihre Hoffnung erfüllen, dass sich alles noch zum Guten wendet und sie das Geld vom Finanzamt zurückbekommt, werde sie alles einem guten Zweck in der Region spenden, verspricht sie.

Von Kerstin Wosnitza

Im nächsten Schuljahr können Edemisser Vereine, Kitas, Seniorenheime und andere Institutionen Unterstützung durch Schüler bekommen. Interessierte Institutionen oder Personen können sich ab sofort bei der Schule melden.

22.06.2018

Interessantes über den Gewerbepark Berkhöpen war beim Kaminabend der Wito zu erfahren. Es wurden Pläne für das Areal vorgestellt, das in den nächsten Jahren in systematisch entwickelt werden soll.

21.06.2018

Fast 40 Jahre war das Zelt der Jugendfeuerwehr Edemissen bereits alt – ein Zustand, der so nicht mehr zu tragen war. Daher musste schnell ein neues Zelt her. Da kam die Spende über 3200 Euro von der Mundstockstiftung gerade recht.

20.06.2018