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Wie man auf der Papenhorst zu einem Stromanschluss kam

Alvesses Ortsheimatpfleger berichtet Wie man auf der Papenhorst zu einem Stromanschluss kam

Über die zur Ortschaft Alvesse in der Gemeinde Edemissen gehörenden, aber außerhalb gelegenen Hofstellen auf der Papenhorst weiß Ortsheimatpfleger Werner Heise einiges zu berichten.

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Die Hofstelle Papenhorst Nr. 1 im Jahr 1956.
 

Quelle: privat

Alvesse.  Zu einem Filmnachmittag mit Foto-Ausstellung hatte der Alvesser Ortsheimatpfleger Werner Heise eingeladen. Zunächst gab Heise Informationen zur Namensgebung und der Besiedlung der Papenhorst, die 1406 erstmals erwähnt wurde. Der Wortteil „-horst“ beschreibt vermutlich eine leicht erhöhte Stelle in feuchter Umgebung, das Element „Pape“ ist die niederdeutsche Form für „Pfaffe“ und deutet darauf hin, dass das Land der Kirche gehörte.

Vermutlich wurde die Papenhorst um 1825 bis 1830 erstmals bebaut. Im Jahr 1830 ist die erste Geburt auf der Papenhorst im Kirchenbuch dokumentiert. Vater Johann Heinrich Heuer (Junior) ist wohl der Erbauer der Kötnerstelle. Auf der Verkoppelungskarte von 1836 ist bereits die Flurbezeichnung „Heuers Papenhorst“ eingezeichnet. Die Kötnerstelle brannte 1911 ab.

1867 erwarb Heinrich Voigts, Ackermann auf Gut Ankensen, eine um 1840 erbaute Abbauerstelle. Sie bestand aus einem Wohnhaus mit Garten, einem Areal von etwa zwei Morgen und einer Torfkoppel von einem Morgen. Familie Voigts wohnte von 1867 bis 1972 auf der Papenhorst 29 (heute Nummer 1).

Die heutigen Bewohner Monika Stefan und Jost Marschner bekamen 1992 durch einen glücklichen Umstand Strom: Sie schlossen einen Vertrag mit Mannesmann Mobilfunk für eine Funkstation auf ihrem Grundstück. In diesem Zusammenhang übernahm Mannesmann Mobilfunk die Kosten für einen Stromanschluss. Die Funkstation ist dann aber niemals gebaut worden.

Die leicht erhöhte Stelle auf der Papenhorst nutzte Müllermeister Otto Boes für den Bau der Bockwindmühle, die er 1869 in Betrieb nahm. Hierzu war die Ausstellung „Die Alvesser Bockwindmühle von der Papenhorst im Wandel der Zeit“ zu sehen. Heute haben sich auf dem Gebiet der Bockwindmühle ein Gestüt und eine Tierarztpraxis angesiedelt (Papenhorst 2).

Zum Schluss zeigte Werner Heise den Film „Das Leben auf der Papenhorst in den Jahren von 1939 bis 1959“, eine Zeitzeugenbefragung mit Inge Aurich (geborene Voigts), die anwesend war. Unter anderem berichtet sie davon, wie sie als Zwölfjährige bei der Geburt ihres Bruders assistierte. Ihr Vater war auf dem Weg, die Hebamme zu holen und die Oma in Voigtholz zu informieren. Ihre Mutter melkte noch schnell die Kühe und legte sich dann zur Entbindung ins Bett.

Eine weitere Anekdote rankt sich um einen Staubsaugervertreter, der auf der Papenhorst sein Glück versuchte und kaum glauben konnte, dass es keinen Stromanschluss gab.

Von Kerstin Wosnitza

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