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Edemissen Was Eddesse mit der „Washington Post“ zu tun hat
Kreis Peine Edemissen Was Eddesse mit der „Washington Post“ zu tun hat
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11:34 06.02.2019
Ihre Geschichte wurde verfilmt: Katharine Graham (hier gespielt von Meryl Streep, links Tom Hanks) war „Die Verlegerin“. Quelle: Niko Tavernise
Eddesse

Dass eine der berühmtesten US-Verlegerinnen Wurzeln in Eddesse hat, das ist selbst in der kleinen Ortschaft eher unbekannt. Ortsheimatpflegerin Adelheid Schmidt machte diese Geschichte jetzt jedoch bekannt – beim Neujahrsfrühstück des SoVD berichtete sie, was Katharine „Kay“ Graham mit Eddesse zu tun hat.

Washington Post“ und Watergate

Graham, die 2001 mit 84 Jahren starb, war eine amerikanische Verlegerin und Journalistin sowie eine der einflussreichsten Frauen ihrer Generation. Sie führte die „Washington Post“ durch die turbulente Zeit der Watergate-Affäre und machte die Zeitung zu einem der bedeutendsten Presseorgane der Welt.

Ihr Urgroßvater war Pastor in Eddesse: Katharine Graham war eine der berühmtesten Verlegerinnen in den USA. Quelle: Archiv

Im Film von Meryl Streep dargestellt

1963 übernahm schließlich die Journalistin Graham die Herausgeberschaft der Zeitung und schmiedete in den folgenden Jahrzehnten einen gigantischen Medienkonzern. 1998 wurde Graham für ihre Autobiografie mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Im Oscar-nominierten 2017er-Film „Die Verlegerin“ von Steven Spielberg wurde sie von Meryl Streep verkörpert.

Grahams Vater ersteigerte die „Post“

Gekauft hatte das marode Provinzblatt „Washington Post“ bei einer Versteigerung 1933 Grahams Vater Eugene Meyer, ein Unternehmer. Schon seine Frau, also Grahams Mutter, war Journalistin gewesen: Agnes E. Meyer (1887-1970) war eine geborene Ernst, ihre Eltern waren Einwanderer aus Norddeutschland gewesen. Der Vater wiederum war der Sohn von Karl Ernst (1806-1898) – und der wirkte lange Jahre als Pastor in Eddesse sowie Dedenhausen. Katharine Graham, geborene Meyer, ist somit seine Urenkelin.

Karl Ernst war von 1837 bis 1857 Pastor in Eddesse und Dedenhausen. Quelle: Archiv

Pastor von 1837 bis 1857

Ernst stammte ursprünglich aus Gifhorn und studierte ab 1824 Theologie in Göttingen. Von 1837 bis 1857 wirkte er als Pastor von Eddesse und Dedenhausen, anschließend bis 1868 in Großgoltern (bei Barsinghausen). Mit seiner Ehefrau Agnes hatte er elf Kinder.

Eid auf den König von Hannover

Für die Stifte Bardowick und Ramelsloh gehörte er der Ständeversammlung des Königreichs Hannover an. Darin wurde er dem rechten kirchlichen Flügel zugerechnet. Später weigerte sich der Geistliche, auf den König von Preußen zu schwören. Er habe seinen Eid habe auf den König von Hannover abgelegt. Die Folge: der vorzeitige Ruhestand 1867 bei nur noch halben Bezügen.

Die Söhne verließen das Land

In seiner Ablehnung des preußischen Militarismus drängte er seine Söhne zudem dazu, das Land zu verlassen. Vier der Söhne wanderten in die Vereinigten Staaten aus. Schon seiner berühmten Enkelin Agnes E. Meyer war Ernst nie begegnet, die berühmteste Nachkommin, Katharine Graham, wurde erst 1917 geboren, also 19 Jahre nach seinem Tod. Ein bisschen Eddesse war aber trotzdem dabei, als die „Washington Post“ in den 1970ern zu einer der wichtigsten Zeitungen der Welt wurde...

Von Alex Leppert

Dass Eddesse eine berühmte Tochter – oder besser Urenkeltochter – hat, weiß sicher nicht jeder. Beim Neujahrsfrühstück des SoVD verriet Ortsheimatpflegerin Adelheid Schmidt, um wen es geht.

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