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Vier Dosen Leberwurst und ein halber Schinken für eine Krippe

Tradition im Hause Giere Vier Dosen Leberwurst und ein halber Schinken für eine Krippe

Im Hause der Familie Giere in Eddesse gibt es eine schöne Tradition, die schon fast 70 Jahre alt ist: Immer zum ersten Advent wird die Krippe aufgebaut, die sich seit nahezu sieben Jahrzehnten in Familienbesitz befindet.

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Henning Giere mit der Krippe, die ihn seit seinen frühen Kindertagen begleitet.

Quelle: wos

Eddesse. „Meine Mutter hat sie in den ersten Nachkriegsjahren gegen vier große Dosen Leberwurst und einen halben Schinken eingetauscht. Das war damals ein stolzer Preis, aber Mutter war glücklich, dass sie uns beiden Söhnen ein Weihnachtsgeschenk machen konnte. Es gab ja damals nichts“, erinnert sich Hans-Henning Giere, der damals wohl etwa fünf oder sechs Jahre alt war.

Solche Tauschgeschäfte waren in der damaligen Zeit nichts ungewöhnliches: Insbesondere die Städter versuchten auf diese Weise, nicht zu verhungern, denn Lebensmittel waren ebenfalls knapp.

„Die Krippe mit Stall, Jesuskind, Maria und Josef und allem, was sonst dazu gehört, war für uns ein kostbares Kleinod. Wir durften es nur anschauen. Anfassen war streng verboten. Und daran haben wir uns auch gehalten“, blickt Giere zurück.

Als seine Frau Heike in die Familie kam, hat sie die schöne Tradition von der Schwiegermutter übernommen. Gemeisam mit den Kindern wurde jedes Jahr aus dem Wald Moos geholt und die Krippe aufgestellt.

„Aber ich war nicht ganz so streng und habe die Kinder mit den Figuren spielen lassen und ihnen anhand der Krippe die Weihnachtsgeschichte näher gebracht“, berichtet sie. Dabei wurden dann vom Nachwuchs auch schon mal moderne Elemente wie ein Traktor samt Anhänger eingefügt.

Regelmäßig wird die Krippe mit den Gipsfiguren aufgestellt. „Nur letztes Jahr hatte irgendwie keine Lust“, sagt Heike Giere. Ob das ein Glücksfall oder eine Eingebung war, lässt sich natürlich nicht feststellen, aber in der Vorweihnachtszeit gab es im Haus der Gieres einen Schwelbrand, dem vieles zum Opfer gefallen ist. „Das hätte die Krippe bestimmt auch nicht überlebt“, sagen die Eheleute nachdenklich. Sie habe zwar sicher keinen hohen materiellen Wert, für die Gieres ist sie aber unbezahlbar und unersetzlich.

Für Hans-Henning Giere kann eine Krippe nur so aussehen, wie das Modell, das ihn seit seinen Kindertagen begleitet. Als er vor einigen Jahren auf seiner Weihnachtsbaumplantage, wo immer an den letzten Adventswochenenden Bäume verkauft werden, mit einer lebendigen Krippe ausstatten wollte, konnte das natürlich nur nach diesem ganz besonderen Vorbild geschehen.

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