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Schlammschlacht für „Bekloppte“

Premiere in Abbensen Schlammschlacht für „Bekloppte“

Mannshoch spritzt die Matschepampe, laut röhren die Motoren, es nieselt und es ist kalt: „So muss es sein!“, findet Trecker-Fahrer Jens Lieber vom Team „Kurz und Klein“. Der Vesbecker ist einer von insgesamt 80 Fahrern auf dem Acker in Abbensen. Hier findet das letzte Spaß-Rennen der Rasenmähertrecker-Saison statt.

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Dem richtigen Rasenmähertrecker-Rennfahrer ist kein Wetter zu schlecht.

Quelle: im

Edemissen-Abbensen. „Kloppies“ nennen sie sich – „weil wir alle bekloppt sind“, sagt Achim Wille und grinst breit. Der Abbenser ist glücklich, besser könnte ein Sonnabend für ihn kaum aussehen. Während er im Nieselregen in der Feldmark steht, die Schultern wegen der Kälte hochgezogen, kreisen vor ihm eine Handvoll Gestalten auf hüfthohen Gefährten über den verschlammten Acker. In jeder Kurve drehen die kleinen Reifen durch und schleudern dicke Matsch-Tropfen durch die Luft. Die Gestalten sind Männer und Frauen aus Soltau, Fallingbostel, Nienburg und von noch weiter weg. Ihre Fahrzeuge sind zu Rennmobilen aufgemotzte fahrbare Rasenmäher: Rasenmähertrecker-Rennen nennt sich das.

„Abbensen erlebt das hier zum ersten Mal“, erklärt Wille, der das Spektakel mitorganisiert hat. Er selbst ist Chef des örtlichen Teams „Bully-Draxx“. „Heute geht es nur um den Spaß.“ Die Tour auf der kurvigen, etwa 500 Meter langen Strecke nennen er und die anderen Kloppies „Wiedergutmachungsrennen“: „Es findet immer am Ende der Saison statt, nach den großen Rennen in Thönse, Vesbeck und Wiedenrode“, erklärt der Teamchef. Mit den 25 PS starken Rasenmähern gehe es dort tatsächlich um die beste Platzierung. Die Maschinen schaffen 60 bis 70 Stundenkilometer, auch wenn sie die Höchstgeschwindigkeit auf den kurvigen Parcours selten ausfahren können.

Zu kaufen gibt es die Maschinen so nicht – „wir sind alle Bastler“, erklärt Wille und zeigt auf seinen Trecker. Breitere Reifen, einen amerikanischen Rasenmähermotor, eine Rennkupplung und weitere Extras habe er eingebaut – alles hobbymäßig. „Mit Arbeitszeit stecken da 6000 bis 7000 Euro drin.“

Auf dem Gefährt sitzt gerade Willes Sohn Finn. Der Elfjährige hat wie die großen Kollegen einen Crossmotorradhelm und eine Schutzbrille auf. Angst kennt er nicht, dazu macht es viel zu viel „Bock“, sagt er und knattert wieder auf die Piste.

Eine erfahrenere Fahrerin ist dagegen Sylke Lockau, Kampfname „Locke“ vom Team Powerfrauen aus Thönse. „Das ist ein absoluter Gaudi“, sagt die 43-jährige. In ihrem Heimatort ist Treckerfahren ein angesagter Sport. Sie fährt sie mit ihrem Team regelmäßig und bringt die männlichen Konkurrenz ins Schwitzen.

Beeindruckend finden auch die Zuschauer Martin und Martina Fießdinger aus Vöhrum sowie Helga Harms aus Abbensen den Rennsport: „So etwas habe ich noch nie gesehen“, gibt Fießdinger zu. Lust habe er aber schon, mal selbst auf dem Rasenmäher zu sitzen. Helga Harms ist leidenschaftliche Reiterin: „Ich bleibe lieber bei meinen Pferdestärken“, sagt sie schmunzelnd.

Vielleicht knattern nicht zum letzten Mal die Rasenmäher über den Abbenser Acker, denn Wille möchte das Trecker-Rennen zur festen Einrichtung machen: „Wenn es klappt, könnten wir uns jährlich mit dem Entenrennen abwechseln – das wäre doch super!“

Weitere Infos gibt es auf der Internetseite des Abbenser Teams: www.bully-draxx.de.

Simon Polreich

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