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Scharen von Großmöwen in Wehnsen

Vögel bevölkern Badesee Scharen von Großmöwen in Wehnsen

Ungewöhnlich viele Möwen versammelten sich am zweiten Weihnachtstag auf dem Badesee bei Wehnsen. Anwohner informierten die Peiner Biologische Arbeitsgemeinschaft.

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Ähnlich wie auf diesem Bild, das bei Sylt entstand, hat es am Wehnser See ausgesehen, als die Silbermöwen sich dort versammelt haben.

Quelle: Archiv HAZ

Edemissen-Wehnsen. „Schon am Vormittag war uns aufgefallen, dass immer wieder große Möwen, offenbar Silbermöwen, die Landschaft aus Richtung Wendeburg in Richtung Plockhorst und Wehnsen überflogen“, sagt Professor Dr. Hans Oelke. Er war an diesem Tag mit anderen Mitgliedern der Peiner Biologischen Arbeitsgemeinschaft zur traditionellen Wanderung aufgebrochen, die in diesem Jahr zu den vereisten Kiesseen zwischen Plockhorst, Eickenrode und den Ersewiesen führte.

„Am selben Abend überraschte uns der Anruf einer Anwohnerin aus Wehnsen“, sagt Oelke. Sie meldete, dass in Wehnsen so viele Vögel wie nie zuvor am Badesee seien und bat um Auskunft über die Tiere.

„Wir eilten noch am selben Tag und auch noch einmal am Vormittag des 28. Dezember zu dem See. Dort hatten sich, wie nie zuvor im Kreis Peine erlebt, große Möwen massiert – in durcheinander quirlenden flatternden, grauweißen und bräunlichen Pulks“, sagt Oelke.

„Zwischen 1500 und 2500 große Möwen schwammen auf der Seemitte, vorwiegend diesjährige braune und hellere Ein- bis Dreijährige. Aber auch einige bläulich-weiße, wohl alte Silbermöwen“, berichtet Oelke. Immer wieder seien neue Trupps aus der Luft auf dem See gelandet.

„Die meisten Möwen putzten sich. Viele badeten in dem eiskalten See“, hat der Vogel-Experte beobachtet.

Einige ältere Großmöwen hätten mit ihren gestrichelten weißen Köpfen sehr der neuerdings in Niedersachsen beobachteten Weißkopfmöwe, der aus dem Mittelmeerraum und Rußland stammenden Steppen-Weißkopfmöwe, geähnelt. „Die Bestimmung der auf dem Wasser schwimmenden großen Möwen ist schwierig. Sie wäre einfacher, wenn die Vögel auf dem Eis stehend ihre Beinfarbe sehen ließen, an der man sie gut unterscheiden kann“, erklärt der Peiner Oelke.

Keine anderen Möwen, auch nicht die sonst so häufigen Lachmöwen, von denen sich in den Fuhsewiesen Ilsede zeitweilig bis über 1000 versammeln, hätten sich in Wehnsen zwischen den Silbermöwen versteckt. Dafür rasteten zusätzlich noch 3 Kormorane, 15 bis 20 Gänsesäger, etwa 150 Stock-, 30 bis 40 Reiherenten, 15 bis 20 Bläßhühner und auch zwei Fischreiher.

Bei ihnen handele es sich um Zuzügler und Überwinterer aus dem Norden, die sich von den nahrhaften Uferpflanzenresten und vor allem auch Fischen des Sees ernähren.

„Kurz vor Mittag erhoben sich am Montag alle Möwen in Wehnsen schlagartig in die Luft und zerstreuten sich in alle Richtungen“, sagt Oelke. „Nicht alle inzwischen wieder offenen Wasserflächen können wir zur gleichen Zeit kontrollieren.

Interessierte und Vogelkundige sollten auch in anderen Teilen des Kreisgebietes an Wasserflächen auf überwinternde Wasservögel und Konzentrationen von Möwen achten“, bittet der Ornithologe.

Zu erreichen ist er unter der Mail-Adresse hans.oelke@htp-tel.de.

Kerstin Wosnitza

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