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Postkarte als Lebenszeichen

Vor 65 Jahren: Einzige Nachricht aus fünfjähriger Kriegsgefangenschaft Postkarte als Lebenszeichen

Unscheinbar sieht sie aus, die Postkarte, die vor 65 Jahren nach Eddesse geschickt wurde. Doch sie erzählt ein Stück Geschichte.

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Klein Eddesse. Sie war nach dem Krieg das erste Lebenszeichen von Gerhard Ritter an seine Familie – und blieb das Letzte, bis er 1950 aus russischer Kriegsgefangenschaft entlassen wurde. „Am 11. Mai 1945 bin ich in Österreich in Kriegsgefangenschaft geraten.Damals war ich gerade 18 Jahre alt geworden“, erinnert sich Gerhard Ritter zurück. Zunächst war er den Engländern in die Hände gefallen, die lieferten ihn aber an die Sowjets aus. Für den jungen Mann begann eine Odyssee durch zahlreiche Gefangenenlager. „Meine Eltern wussten gar nicht, wo ich abgeblieben war und ob ich überhaupt noch lebte“, sagt Ritter. Erst etwa ein Jahr später, im Frühjahr 1946, habe er erstmals nach Hause schreiben dürfen. „Liebe Eltern, ich teile euch hierdurch mit, dass es mir gesundheitlich gut geht…“ beginnt der mit Bleistift auf der Rückseite notierte Text. Der Rest ist nicht mehr zu entziffern. Doch Gerhard Ritter hütet die Karte wie einen Schatz und trägt sie in der Brieftasche stets bei sich. Nur noch ein weiteres Mal habe er während der fünf Jahre seiner Kriegsgefangenschaft nach Hause schreiben dürfen, diese zweite Karte kam allerdings nie an. „Vielleicht stand etwas Falsches drin, die Post wurde ja zensiert“, vermutet der 83-Jährige heute. Also wusste die Familie nicht, ob er noch am Leben ist und wie es ihm ging, als Ritter am 2. Januar 1950 entlassen wurde und als Spätheimkehrer nach Hause kam. Völlig überraschend habe er vor der Tür gestanden. „Da kann man sich ja vorstellen, wie ich empfangen wurde“, sagt er mit Tränen in den Augen. Überglücklich sei er gewesen, dass er sein Elternhaus unversehrt vorfand – und dass er gleich am 10. Januar den fünften Geburtstag seiner jüngsten Schwester mitfeiern konnte, von deren Existenz er bis dahin gar nichts ahnte.

wos

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