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Edemissen Ortsbürgermeister stellt Eidechsen-Fund infrage
Kreis Peine Edemissen Ortsbürgermeister stellt Eidechsen-Fund infrage
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00:18 03.12.2017
Dieses Foto, aufgenommen am 9. August 2017 auf dem potenziellen Baugebiet in Wipshausen, soll als Beweis für ein Zauneidechsenvorkommen dienen. Der Ortsbürgermeister zweifelt das an.   Quelle: Privat
Wipshausen

 Das Gelände liegt direkt an einem ehemaligen Bahndamm, einem potenziellen Lebensraum der streng geschützten Tiere. Dieser ist aber mittlerweile recht zugewachsen, so dass man bei der Bio-AG davon ausgeht, dass die Eidechsen auf die benachbarte Fläche – eine offene Graslandschaft und damit ein typisches Habitat für diese Spezies – ausweichen.

„Ich bin regelmäßig dort und habe noch nie eine Eidechse gesehen. Gleiches gilt für einen Anwohner, der zweimal täglich das Gelände überquert“, macht Meyer deutlich. Auch das Foto, das als Beweis für den Fund dienen soll, stellt er infrage: „Wer weiß, in welcher Zoohandlung das Tier gekauft wurde“, wettert er. Die Behauptung, es gebe auf dem potenziellen Bauland Zauneidechsen, sei nicht haltbar.

Meyer ärgert sich zudem, dass solch ein Augenmerk auf die Pläne in Wipshausen gelegt werde, während wenige Kilometer weiter bei einer Großbaustelle kein Gutachten eingefordert worden sei, obwohl dort nach seiner Einschätzung die Voraussetzungen ähnlich gewesen seien. „Der Bahndamm, auf dem die Tiere sich heimisch fühlen könnten, läuft auch dort direkt vorbei“, sagt er. Hier seien in kurzer Zeit Teile des Bahndamms zurückgebaut und auch befahren worden, was in Wipshausen nicht erlaubt worden sei.

Meyer ist nicht nur Ortsbürgermeister von Wipshausen, sondern auch im Gemeinderat vertreten. „Das Gutachten, dass im Auftrag der Gemeinde bereits erstellt wurde, ist negativ ausgefallen“, betont er.

Auf der Grundlage dieses Gutachtens hat der Rat der Gemeinde Edemissen den Bebauungsplan einstimmig beschlossen. „Es gab keinerlei Bedenken“, macht Meyer deutlich. Dennoch hat die Gemeinde den Bahndamm gekauft und mit der Umsetzung von Maßnahmen begonnen, um potenziellen Zauneidechsen gegebenenfalls wieder Lebensraum zu schaffen.

„Wir vernichten für unser Baugebiet kein wertvolles Ackerland, sondern nutzen eine Brachfläche, die sonst nicht nutzbar ist und schließen eine Baulücke – so, wie es immer gefordert wird“, macht Meyer deutlich, dem die zügige Umsetzung sehr am Herzen liegt: „Das Interesse an Bauland in Wipshausen ist groß. Aber wenn es sich immer weiter verzögert, entscheiden sich die potenziellen Bauherren schließlich für andere Orte – und bei uns fehlen diese jungen Familien, die wir brauchen, um die Infrastruktur wie Schule und Kindergarten zu sichern.“

Von Kerstin Wosnitza

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